"Nicht zum Gipfel, sondern zu den Schluchten"

23. Mai 2015, 09:00
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Wanderführer mit anderem Blick auf die Region

St. Pölten - "Das Besondere am Ötscher ist aus naturwissenschaftlicher Sicht, dass er der erste Vorposten der Kalkalpen ist, der erste Felsgipfel", sagt Hannes Hoffert-Hösl. Der Geograf, der in Niederösterreich selbstständig im Umweltbereich tätig ist, kennt die Gegend sehr gut. Er hat gemeinsam mit Werner Bätzing anlässlich der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 Ötscher:reich den Wanderführer Der Ötscher. Wanderungen in den niederösterreichischen Kalkalpen herausgegeben.

Obwohl der Berg "keine bergsteigerischen Rekorde" bereithalte, sei die 1893-Meter-Erhebung "der Triumphator der Region", sagt Hoffert-Hösl. Allerdings stellt der klassische Weg zum Gipfel aus seiner Sicht keine Herausforderung dar. "Das ist eher ein 08/15-Weg", sagt Hoffert-Hösl. "Die wahren Highlights des Berges sind seine Schluchten, seine steilen Abhänge." Beim Ötscher gehe man "nicht zu den Gipfeln hinauf, sondern zu den Schluchten hinunter", besage ein Spruch. Allerdings habe man von ganz oben "einen gewaltigen Ausblick".

In Etappen und Themen

Der im April erschienene Wanderführer Hoffert-Hösls und Bätzings beschreibt in insgesamt 13 Tagesetappen einen Rundwanderweg um den Ötscher, den Pielachtal-Rundweg und die Besteigung des Dürrensteins. Dabei geht es vor allem um Themen, die die Region ausmachen.

"Wir haben nicht die beliebtesten oder schönsten Wege ausgesucht, sondern eine Mischung, die den Raum in seiner Vielfalt und damit verbundene Themen am besten in erschließt", sagt Hoffert-Hösl. So soll nicht gewandert, sondern auch etwas über die Kulturgeschichte der Region erfasst werden, auch die Rolle der Eisenverarbeitung, das Pilgern auf der Via Sacra und nach Mariazell sowie die Natur als Schnittpunkt verschiedener geologischer Einheiten werden thematisiert. (spri, Spezial, 23.5.2015)

Werner Bätzing, Hannes Hoffert-Hösl, "Der Ötscher. Wanderungen in den niederösterreichischen Kalkalpen", Rotpunktverlag, 230 Seiten, 24 Euro


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Kooperation mit der NÖ Landesausstellung. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

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    cover: rotpunktverlag
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