Wenn der Vaterberg ruft

23. Mai 2015, 09:00
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Mit der jüngsten Landesausstellung will man ab sofort in Niederösterreich hoch hinaus. Im Mittelpunkt steht das alpine Mostviertel. Um einen Blick auf das Naturjuwel samt Geschichte werfen zu können, sollten aber trotz Mariazellerbahn Wanderschuhe ins Gepäck

St. Pölten - Der Ötscher hebt sich mit seinen 1893 Metern mit unglaublicher Autorität vom hügeligen Rest der niederösterreichischen Voralpen ab. Eine steinerne Macht, die bereits bei den Slawen, die im Ötschergebiet im 9. Jahrhundert siedelten, ihre Wirkung nicht verfehlte. "Othza" nannten man den Bergriesen - "Vaterberg".

Sagenhafte Natur

Und dort, wo Respekt und Ehrfurcht auf dem Berg wohnen, ist der Schritt in die Sagenwelt ein kleiner. So sollen weithin gefürchtete Gestalten am Ötscher ihre Schätze vergraben haben. Aber weder bei den Rodungen im Mittelalter - unter der Obhut der Klöster in Lilienfeld und Gaming - noch bei der Erstbesteigung im Jahr 1574 durch den kaiserlichen Hofbotaniker Clusius wurden Sagenwesen oder gar Gold gefunden.

Auf moderne "Schatzsuche" können sich ab sofort auch die Besucher der aktuellen Niederösterreichischen Landesausstellung begeben. Und auch wenn man aller Wahrscheinlichkeit nicht mit einem Goldbeutel heimkehrt - dank der malerischen Landschaft, gepaart mit einem interessanten Ausstellungskonzept, werden Besucher reich beschenkt. Bis 1. November gibt die Schau unter dem Titel Ötscher:reich - Die Alpen und wir tiefe Einblicke in die Region um den Ötscher. Einer der letzten Urwälder der Alpen, die verzweigten Schluchten der Ötschergräben, die Geschichte von Glaube und Pilgerwesen, das Hämmern der Schmiede in der Eisenstraße, das Leben der Holzfäller, die Biografien von Visionären und Pionieren sind der Stoff, aus dem die Geschichten der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 sind. Vor allem aber stellen die Ausstellungsgestalter Beat Gugger und Gerhard Proksch, der Alpenforscher Werner Bätzing und der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Ernst Bruckmüller nicht nur spannende Fragen über die Geschichte des alpinen Mostviertels, die von der Côte d'Azur bis nach Slowenien Bedeutung haben - sondern geben auch Antworten auf die Frage der Zukunft des Alpenraums.

Gemütlich steil bergauf

Als Einstieg bietet sich der Standort in Frankenfels-Laubenbachmühle an. Im Betriebszentrum der Mariazellerbahn ist ein begehbares Modell der Region beheimatet. Geschichten von sparsamen Bauern, mutigen Holzknechten und sehnsüchtigen Sommerfrischlern werden erzählt. Anschließend kann man von dort aus bequem mit der Mariazellerbahn zum zweiten Standort direkt ins Naturparkzentrum Ötscher-Basis in Wienerbruck aufbrechen, wo 15 Stationen und zwei Rundwanderwege warten.

Im Töpperschloss in Neubruck - dem einstigen Herrensitz des Mostviertler Industriellen Andreas Töpper (1786-1872), der vom Schmiedegesellen zum größten Privatunternehmer in der Donaumonarchie aufgestiegen war - steht der Pioniergeist im Mittelpunkt. Geboten wird ein Einblick in technische, wirtschaftliche und naturwissenschaftliche Entdeckungen sowie Entwicklungen der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. (mro, Spezial, 23.5.2015)


Dieser Artikel ist eine entgeltliche Einschaltung in Form einer Kooperation mit der NÖ Landesausstellung. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim STANDARD.

  • Der Herrgott ist "eisern", der Weg durch das Ötschergebiet mitunter hart - doch die traumhafte Naturkulisse ist Lohn genug für die Mühen.
    foto: © weinfranz

    Der Herrgott ist "eisern", der Weg durch das Ötschergebiet mitunter hart - doch die traumhafte Naturkulisse ist Lohn genug für die Mühen.

  • Eisenverarbeitung, Hammerschmiede und Walzwerke – das Neubrucker Töpperschloss steht für den Pioniergeist der Alpen.
    foto: kulturpark eisenstraße

    Eisenverarbeitung, Hammerschmiede und Walzwerke – das Neubrucker Töpperschloss steht für den Pioniergeist der Alpen.

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