Wenn der Song Contest ins Image passt – Gleichstellung aber nicht

Userkommentar22. Mai 2015, 15:58
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Mein Leben lang wird mir vorgeschrieben, wen ich zu lieben habe und wen ich heiraten sollte. Aber: Was geht euch das an?

Mein Leben lang mischen sich fremde Menschen in mein Privatleben ein. Sie diskutieren darüber, wen ich liebe und mit wem ich eine Familie haben darf, wen ich heiraten und wen ich adoptieren darf. Und jetzt schleimen sich dieselben Fremden – ja, ihr Politiker aus einer bestimmten Ecke seid gemeint – bei mir ein. Nur weil es gerade populär ist.

Reformbemühungen gescheitert

ÖVP-Chef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner hebt in einer Mitteilung seines Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft die positiven Auswirkungen des Song Contests für das Image Österreichs hervor. Von einem "zeitgemäßen Bild von Österreich" ist hier etwa die Rede. Doch die Reformbemühungen der ÖVP selbst sind kläglich gescheitert. Aktuell verhindert die ÖVP mehr Gleichstellung für Schwule und Lesben. "Zero Points" gibt es für diesen ÖVP-"Beitrag" zum Eurovision Song Contest von der Homosexuellen-Initiative Hosi.

Ich nehme das so hin, da ich es ja nicht anders kenne. Ich bin auf diese Menschen auch nicht wütend, obwohl sie mein Leben abstoßend finden. Finde ich ihren Sex abstoßend? Vielleicht. Aber was geht mich ihr Sex an? Was geht es mich an, mit wem Heterosexuelle schlafen und was sie dabei tun? Genau, rein gar nichts.

Anderer Sex, andere Gesetze?

Doch warum gibt es dann Gesetze, die sich auf ebendiese Privatsache beziehen? Oder, anders gefragt: Wieso gelten für manche Menschen andere Gesetze, nur weil sie anders Sex haben?

Was ich mit meinem Partner mache, ist genauso privat wie das, was in anderen Schlafzimmern passiert. Ich werde mir bestimmt nicht anmaßen, anderen diesbezüglich Vorschreibungen zu machen. Liebt, wen ihr wollt, heiratet, wen ihr wollt, gründet eine Familie. Und wenn ihr das aus irgendeinem Grund nicht könnt, kämpft dafür. (Dorian Gunia, 22.5.2015)

  • Gleichbehandlung für Lesben und Schwule in Österreich ist nicht auf der Tagesordnung: "Zero Points" gibt es für den jüngsten ÖVP-"Beitrag".
    foto: apa/georg hochmuth

    Gleichbehandlung für Lesben und Schwule in Österreich ist nicht auf der Tagesordnung: "Zero Points" gibt es für den jüngsten ÖVP-"Beitrag".

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