Wenn der Erfolg nicht gemessen wird

24. Mai 2015, 16:06
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Die Evaluierung der betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen könnte noch verbessert werden, so die Ergebnisse einer Studie

Weiterbildung hat in den Unternehmen einen fixen Stellenwert, aber rund 30 Prozent der Unternehmen messen den Erfolg der Weiterbildungsmaßnahme nicht: Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung (PbEB). "Hier gehen Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung verloren", sagt Alice Fleischer, Bildungsexpertin und Sprecherin der Plattform. Befragt wurden 500 Personalverantwortliche und Geschäftsführer von Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Budgets stabil

Erfreulich sei, dass die Weiterbildungsbudgets der Unternehmen konstant bleiben, 15 Prozent haben bereits eine Erhöhung für 2015 eingeplant. Bei knapp 80 Prozent bleibt das Budget im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Aber knapp 70 Prozent dieser Gruppe würden die Weiterbildungsausgaben erhöhen, wenn es dafür mehr Förderung geben würde, so die Umfrage. Weiterbildungsmaßnahmen werden auch überwiegend mittel- bzw. langfristig geplant. Nur knapp ein Fünftel der befragten Unternehmen investieren einen überwiegenden Anteil ihres Weiterbildungsbudgets in kurzfristige Maßnahmen.

Längerfristige Weiterbildungsmaßnahmen werden überwiegend bei Führungskräften, Experten und Lehrlingen angewendet, bei Sachbearbeiter, Fachbearbeiter sowie Projektverantwortlichen wird eher in kurzfristige Schulungen investiert. In welchem Ausmaß Mitarbeiter der unterschiedlichen Funktionsbereiche an betrieblicher Weiterbildung teilnehmen, wurde in der Studie nicht erhoben.

Persönlichkeitsentwicklung weniger wichtig

Wenn es um den Zugewinn von weiteren Marktanteilen geht, sind die wichtigsten Weiterbildungsbereiche in den Unternehmen Verkaufstraining und Marketing, gefolgt von Technik und Produktion. An dritter Stelle kommt Persönlichkeitsentwicklung. "Der Konkurrenzkampf wird immer härter, und aus Sicht der Unternehmen können die Bereiche Marketing und Verkauf hier einen wichtigen Beitrag leisten", sagt Fleischer. Generell hätten Hard-Fact-Themen wie Recht, Informatik und Rechnungswesen im Vergleich zum Vorjahr an Bedeutung gewonnen. "Big Data und Datenanalyse ist in aller Munde und kommt langsam auch bei den Unternehmen an. Dafür spielen diese Bereiche eine wichtige Rolle", ergänzt Fleischer.

Einen starken Bedeutungsrückgang gegenüber dem Vorjahr ist bei Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung zu spüren. Sie liegen bei den Weiterbildungsbereichen zwar nach wie vor an dritter Stelle, haben aber gegenüber dem Vorjahr stark verloren. Geht es um die Häufigkeit der gesetzten Maßnahmen, so liegen die Bereiche Sicherheit sowie Gesundheit hinter Marketing- und Verkaufstrainings. Hier werden die gesetzlichen Anforderungen an den Beruf sichtbar, sagt Fleischer. (Gudrun Ostermann, 25.5.2015)

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