In Ukraine gefangene Soldaten aus russischer Armee

21. Mai 2015, 22:25
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Organisation befragte Männer in Kiewer Krankenhaus

Kiew – Die zwei von den ukrainischen Streitkräften im Osten des Landes gefangen genommenen Russen sind nach Einschätzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Soldaten der russischen Armee. "Beide gaben an, sie seien Mitglieder einer Einheit der russischen Streitkräfte", erklärte die OSZE am Donnerstag, nachdem sie die beiden verletzten Männer in einem Krankenhaus in Kiew befragen konnte. Sie gehörten demnach einer Aufklärungseinheit an, waren bewaffnet, hatten aber keinen Auftrag anzugreifen.

Moskau streitet die Vorwürfe Kiews und des Westens kategorisch ab, die prorussischen Separatisten in der Ostukraine mit eigenen Truppen zu unterstützen. Nachdem die ukrainische Regierung am Dienstag die beiden Russen der Öffentlichkeit präsentiert hatten, hieß es aus dem russischen Verteidigungsministerium, es handle sich um "ehemalige" Soldaten.

Befehle erhalten

Die von der OSZE weitergegebenen Aussagen der beiden Männer widersprachen dieser Darstellung. "Einer sagte, er habe den Befehl seiner Einheit erhalten, nach Russland zu gehen", hieß es in der OSZE-Mitteilung. Er sollte nach drei Monaten "rotieren". Beide gaben überdies an, sie seien schon früher in der Ostukraine "im Einsatz" gewesen. Kiew hat die beiden Männer wegen "terroristischer Handlungen" angeklagt, ihnen aber die Freiheit versprochen, sollten sie in einem "öffentlichen" Prozess vollständig aussagen.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hatte die Gefangennahme der beiden Russen am Mittwoch als "starken Beweis" dafür bezeichnet, dass die Ukraine und Russland in einem "echten Krieg" miteinander seien. "Das ist nicht ein Kampf gegen Separatisten, die von Russland unterstützt werden, das ist ein echter Krieg mit Russland", sagte Poroschenko dem britischen Rundfunksender BBC.

Bei den Kämpfen in der Ostukraine wurden seit Beginn des Konflikts vor 13 Monaten nach UN-Angaben 6.250 Menschen getötet. Die Konfliktparteien hatten sich im Februar auf einen von Deutschland und Frankreich vermittelten Waffenstillstand geeinigt, der seitdem jedoch mehrfach gebrochen wurde. (APA, 21.5.2015)

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