Hunde begleiten den Menschen schon länger als gedacht

21. Mai 2015, 21:14
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Trennung von Hund und Wolf könnte bereits vor 27.000 bis 40.000 Jahren stattgefunden haben

Stockholm/Wien - Der Hund gilt als eines der ersten vom Menschen gezähmten Tiere. Wann genau aus dem im Rudel lebenden Räuber der treue Vierbeiner wurde, den wir heute kennen, ist nach wie vor umstritten. Frühere auf genetischen Untersuchungen basierende Schätzungen gehen davon aus, dass die Domestizierung des Wolfes nicht länger als 16.000 Jahre zurück liegt - eine Annahme, die sich einer nun im Fachjournal "Current Biology" erschienenen Studie zufolge möglicherweise als Irrtum erweist.

Schwedische Forscher um Pontus Skoglund von der Universität Stockholm verglichen das Genom aus einer rund 35.000 Jahre alten Wolfsrippe von der nordrussischen Halbinsel Taimyr mit jenem von modernen Grauwölfen und Haushunden. Dabei stellten sie fest, dass der Taimyr-Wolf heutigen Hunden und Wölfen genetisch gleichermaßen ähnelt. Vermutlich habe sich der Taimyr-Wolf vom gemeinsamen Vorläufer der Hunde und heutigen Wölfe abgespalten. Kurz nach dieser Trennung seien dann die Haushunde entstanden.

"Wir haben gezeigt, dass dieser Wolf aus der Population der jüngsten gemeinsamen Vorfahren von modernen Wölfen und modernen Hunden stammt", sagte Love Dalen vom schwedischen Museum für Naturgeschichte. Darüber hinaus zeigten die Analysen, dass Siberian Huskys und Grönlandhunde dem Taimyr-Wolf genetisch besonders ähnlich sind.

Anhand des Genoms des Taimyr-Wolfs berechneten die Forscher, dass die Mutationsrate von Wölfen und Hunden geringer ist als bisher angenommen. Auf dieser Basis kommen die Forscher auf eine Trennung von Hund und Wolf vor etwa 27.000 bis 40.000 Jahren. Hunde könnten demnach wesentlich früher domestiziert worden sein als allgemein vermutet wird. Die Ergebnisse decken sich mit früheren, bis zu 36.000 Jahre alten Fossilien, die von einigen Forscher für Hunde-Überreste gehalten wurden, sowie mit Hinweisen, dass die ersten Einwanderer vor rund 15.000 Jahren Hunde nach Amerika mitbrachten. (APA, red, 21.5.2015)

  • Das im Kieferknochen eines Taimyr-Wolf enthaltene Genmaterial lässt vermuten, dass der Hund den Menschen bereits länger begleitet als bislang vermutet.
    foto: love dalén

    Das im Kieferknochen eines Taimyr-Wolf enthaltene Genmaterial lässt vermuten, dass der Hund den Menschen bereits länger begleitet als bislang vermutet.

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