Privatisierung der slowenischen Telekom vor Abschluss

21. Mai 2015, 13:26
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Cinven soll 130 Euro pro Aktie angeboten haben - Regierung soll das letzte Wort über den Verkauf haben

Die Privatisierung der staatlichen slowenischen Telekom befindet sich laut Medienberichten vor dem Abschluss. Die Verhandlungen mit dem einzigen Bieter, dem britischen Investmentfonds Cinven, seien abgeschlossen. Das letzte Wort über den Verkauf oder Nichtverkauf von knapp 73 Prozent der Telekom-Anteile soll allerdings die Regierung haben.

130 Euro pro Aktie

Cinven soll sein Angebot verbessert und nun einen Kaufpreis von 130 Euro pro Aktie angeboten haben, berichtete die Nachrichtenagentur STA am Mittwoch und berief sich auf informelle Quellen. Das Angebot besteht demnach aus einem Fixpreis von 110 Euro pro Aktie Euro, 15 Euro sollen vom Ausgang der Klagen gegen die Telekom abhängen und weitere 5 Euro von der Geschäftsentwicklung des Unternehmens.

Der aktuelle Börsenpreis der Telekom-Aktie liegt bei 109 Euro. Damit wäre das gesamte Unternehmen rund 712 Mio. Euro wert.

Aus der slowenischen Staatsholding (SDH), die das Privatisierungsverfahren leitet, hieß allerdings, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien und es noch keine Entscheidung gebe. Der britische Investmentfonds hat die Medienberichte hingegen nicht kommentiert.

Entscheidung um weitere zwei Wochen verzögern

Die Entscheidung, ob der Verkauf überhaupt zustande kommt, soll die SDH laut früheren Medienberichten wegen politischer Kontroversen um den Deal der Regierung überlassen. Die Wirtschaftszeitung "Finance" berichtete am Donnerstag, dass sich die Entscheidung um weitere zwei Wochen verzögern dürfte. Derzeit würde man noch die letzten Details des Deals anpassen, so die Zeitung.

Unterdessen hat die slowenische Regierung Spekulationen zurückgewiesen, wonach sich hinter Cinven die Deutsche Telekom als eigentlicher Käufer verberge. Finanzminister Dusan Mramor betonte bei der Fragestunde im Parlament am Montag, dass man diesbezügliche Medienberichte geprüft habe. Es seien aber "keine Beweise für ein abgestimmtes Handeln" zwischen Cinven und der Deutschen Telekom gefunden worden.

Dass die beiden Unternehmen bei der Übernahme der slowenischen Telekom an einem Strang ziehen sollen, hatten zuvor zwei hohe Regierungsmitglieder gegenüber der Wochenzeitung "Mladina" bestätigt. Der Finanzminister meinte dazu, dass ihre Aussagen "aus dem Kontext" genommen worden seien. (APA, 21.5. 2015)

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