Karmasin will mehr Gleichbehandlung für Homosexuelle

21. Mai 2015, 12:51
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ÖVP-Familienministerin setzt sich für "Levelling-up" ein und hofft auf Volkspartei: "Manches dauert etwas länger"

Wien – Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) hat beim Thema Gleichbehandlung nach wie vor eine andere Meinung als ihre Partei: Sie habe sich mehrfach für das "Levelling-up" ausgesprochen und sei auch weiterhin dafür, sagte Karmasin am Donnerstag am Rande einer Pressekonferenz. Die ÖVP hatte eine entsprechende Gleichbehandlungsnovelle zuletzt wieder abgelehnt.

ÖVP blockiert Gleichbehandlung

Mit dem "Levelling-up" würde Diskriminierung etwa aus Gründen der Religion, des Alters oder der sexuellen Orientierung auch außerhalb der Arbeitswelt verboten. Die SPÖ wollte im Ministerrat am Dienstag einen neuen Anlauf für den Beschluss unternehmen, die ÖVP verhinderte jedoch, dass das Thema auf die Tagesordnung der Regierungssitzung kam.

Sie hätte mit dem Entwurf leben können und hätte ihn "gern umgesetzt", erklärte Karmasin auf entsprechende Journalistenfragen. Es gebe eben Stimmen dagegen, etwa aus der Wirtschaft, und da brauche es noch mehr Überzeugung. Sie sei aber überzeugt, dass man den Diskriminierungsschutz entsprechend ausweiten werde – "manches dauert etwas länger".

SPÖ-Frauen setzen Regenbogenfahne auf Halbmast

Die SPÖ-Frauen setzten indes gemeinsam mit der sozialdemokratischen LSBTI-Organisation Soho als Zeichen gegen die Blockade der ÖVP die Regenbogenfahne an der SPÖ-Zentrale in der Wiener Löwelstraße auf Halbmast. SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner zeigte sich in einer Aussendung "wütend, dass in Zeiten von Song Contest und Life Ball nicht endlich auch ein Zeichen für Gleichberechtigung in Form der rechtlichen Voraussetzungen für das 'Levelling-up' gesetzt werden konnte". (APA, 21.5.2015)

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