Umdasch mit neuem Arbeitszeitmodell

21. Mai 2015, 13:43
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Vorsorgekonto statt Kurzarbeit: 750 Mitarbeiter arbeiten bereits im neuen Modell

Wien – Um künftig Kurzarbeit zu vermeiden, hat der Umdasch-Konzern für seine Tochter Doka ein flexibles Arbeitszeitmodell in Form eines Vorsorgekontos installiert. Damit sollen die extremen Auftragsschwankungen im Schalungsgeschäft ausgeglichen werden, sagte Umdasch-Chef Andreas J. Ludwig am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferrenz. 750 der insgesamt 1.000 Mitarbeiter arbeiten bereits seit 1. März in diesem flexiblen Modell.

Die Mehrstunden sind für den Einzelnen freiwillig, aber für die Gruppe verpflichtend. Das heißt, nicht jeder Mitarbeiter muss mehr arbeiten, das Team aber müsse sicherstellen, dass die Produktion ausgelastet ist. Derzeit wird von Montag bis Samstag gearbeitet. Das Interesse sei größer als erwartet, sagte Ludwig. Das Vorsorgekonto wird vom Unternehmen mit einem Startbonus von 38,5 Stunden, also einem ganzen Wochenkontigent, befüllt.

Ludwig erwartet sich, dass mit den aufgesparten Stunden de facto ein ganzes Jahr lang nur drei Tage (wie bei der Kurzarbeit) die Woche gearbeitet werden könnte – sollte die Auftragslage es notwendig machen. Der Umdasch-Chef will zwar nicht ausschließen, dass es künftig noch Kurzarbeit geben wird, "ich erwarte es mir aber nicht mehr", so Ludwig. Bei diesem Vorsorgekonto gibt es keinen Durchrechnungszeitraum, und einzig das Unternehmen entscheidet, wann die Stunden verbraucht werden.

Zwei Jahre mit Mitarbeitern diskutiert

Zwei Jahre lang habe man mit den Mitarbeitern über das Vorsorgekonto diskutiert, ihnen erklärt, dass es eine notwendige Maßnahme wegen der Kapazitätsauslastung sei. Bei den Gruppengesprächen wurden die Mitarbeiter gefilmt und der Beitrag dann ins Intranet gestellt, damit alle informiert seien, "warum wir das brauchen", so Ludwig.

Das Geschäft mit der Schalung verschiebe sich sehr stark in den Nahen und Mittleren Osten, nach Asien und Nordamerika. Wurden im Jahr 2000 noch 55 Prozent des Umsatzes in Deutschland und Österreich erzielt, sei es heute nur mehr ein Viertel. "Unser Geschäft verschiebt sich ins internationale Ausland", so Ludwig. 90 Prozent des Geschäfts gehen ins Ausland. Die Marktbedingungen überraschen, alte Muster gelten nicht mehr, so sei das vierte Quartal 2014 das beste in der Firmengeschichte gewesen.

Mit einem Umsatz von zuletzt 1,1 Milliarden Euro zählt die Umdasch-Gruppe zu den größten Industriebetrieben Österreichs. Das Ergebnis lag im Vorjahr bei 79 Millionen Euro, das Eigenkapital bei 58 Millionen. (cr, 21.5.2015)

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