Nach Putschversuch: Unruhen in Burundi halten an

Ansichtssache21. Mai 2015, 13:36
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In Burundis Hauptstadt Bujumbura bleibt die Lage nach dem gescheiterten Militärputsch angespannt. Die ganze Nacht seien Schüsse zu hören gewesen, sagte am Donnerstag ein Bewohner des Viertels Musaga, wo die Polizei am Vortag einen massiven Einsatz gegen regierungskritische Demonstranten begonnen hatte.

Nach wochenlangen blutigen Protesten und dem Putschversuch hochrangiger Militärs herrscht weiter Chaos in dem Land. Bürger protestieren gegen die Kandidatur von Präsident Pierre Nkurunziza für eine dritte Amtszeit.

Am Mittwoch gab die Regierung bekannt, dass die für 26. Mai geplante Parlamentswahl um eine Woche verschoben wird. Unklar blieb zunächst, ob auch die für 26. Juni geplante Präsidentenwahl verschoben wird.

Bei den Protesten wurden mehr als 20 Menschen getötet, mehr als 100.000 sind laut UN-Angaben in Nachbarländer geflohen. In einem improvisierten Flüchtlingslager in Tansania ist die Cholera ausgebrochen und hat bisher mindestens 33 Todesopfer gefordert. Nkurunziza rief am Mittwoch die Flüchtlinge dazu auf, nach Hause zurückzukehren. Er wolle keine ethnische Spaltung, das Land habe aus der blutigen Vergangenheit seine Lektion gelernt.

In dem Staat mit rund zehn Millionen Einwohnern war vor zwölf Jahren ein jahrelanger Bürgerkrieg mit mindestens 300.000 Toten beendet worden. (red, 21.5.2015)

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Flüchtlinge warten mit ihren Habseligkeiten auf ein Boot, das sie in eines der Nachbarländer bringen soll.

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Burundische Flüchtlinge am tansanischen Ufer des Tanganyika-Sees.

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