In der EU leben ist für die meisten Tiere und Pflanzen "ungünstig"

20. Mai 2015, 16:34
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Laut Bericht der EU-Kommission wirkt sich vor allem die Landwirtschaft stark aus

Brüssel - Ein Großteil der im EU-Raum beheimateten Tier- und Pflanzenarten sowie die überwiegende Mehrheit von deren Lebensräumen befinden sich in einem "ungünstigen Zustand". Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis kommt ein am Mittwoch von der EU-Kommission veröffentlichter Bericht zum "Zustand der Natur".

Lebensräume durch Landwirtschaft gefährdet

Erfreulicher ist die Situation der Vogelarten, nur 17 Prozent sind hier gefährdet, weitere 15 Prozent potenziell gefährdet. Doch lediglich 23 Prozent aller anderen Tiere und Pflanzen befinden sich in einem "günstigen", 60 Prozent in einem "ungünstigen Zustand". Noch verheerender ist die Lage, was die Lebensräume betrifft: Als "günstig" bewertet werden hier lediglich 16 Prozent, immerhin 77 Prozent als "ungünstig".

Besonders besorgniserregend sei der Zustand der Lebensräume im Grünland, in Feuchtgebieten und in Dünen, heißt es in der Studie, die auf zwischen 2007 und 2012 in allen EU-Mitgliedsstaaten gesammelten Daten beruht. Schuld sind demnach vor allem "bestimmte landwirtschaftliche Praktiken", wie Überweidung, geänderte Anbaupraktiken oder der Einsatz von Düngern und Pestiziden, sowie vom Menschen herbeigeführte "Änderungen der natürlichen Bedingungen".

Artenschutzbemühungen führen zu Ergebnissen

Allerdings zeigt der Bericht zugleich, dass EU-Artenschutzbemühungen Erfolg haben. So habe sich etwa die Zahl der Bartgeier und Weißkopfruderenten erheblich verbessert. Beide sind Gegenstand von Aktionsplänen. Dem Natura-2000-Netz, das aus Schutzgebieten besteht, die 18 Prozent der EU-Landfläche ausmachen, stellt die Studie ebenfalls ein gutes Zeugnis aus: Dieses habe einen wichtigen, positiven Einfluss auf den Erhaltungszustand der Arten und Lebensraumtypen.

EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sprach am Mittwoch von "einem gemischten Bild": Der Bericht mache deutlich, "dass Bemühungen zur Verbesserung empfindlicher Ökosysteme sehr wirksam sein können". Zugleich werde "auch das Ausmaß der noch vor uns liegenden Herausforderungen hervorgehoben". Diesen müsse sich die EU stellen, "weil der Zustand unserer Natur untrennbar mit der Gesundheit der europäischen Bürgerinnen und Bürger und mit unserer Wirtschaft verbunden ist". (APA/red, 20.5. 2015)

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