Enel: Starker Wunsch nach Harmonie

20. Mai 2015, 17:15
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Italienische Enel pocht auf gleiche Regeln in Europa

"Die Harmonisierung des EU-Energiemarkts hat vorrangige Bedeutung. Die Transformation muss aber gemeinsam erfolgen", sagte der Konzernchef des größten italienischen Energieversorgers Enel, Francesco Starace, im Gespräch mit dem STANDARD.

Für Enel haben die beiden Länder Italien und Spanien großen Stellenwert. "Doch auf beiden Märkten herrschen unterschiedliche Regeln." Eine Harmonisierung würde die Effizienz verbessern, sagte Storace.

Enel ist auch in Osteuropa mit Beteiligungen in der Slowakei, in Rumänien und Russland präsent. "Wir bauen unsere Beteiligung bei der Slovenské elektrárne in zwei Stufen ab. Der erste Schritt erfolge noch heuer, der zweite Schritt werde dann umgesetzt, wenn der in Gang befindliche Bau der zwei Atomkraftwerke fertiggestellt sei, bestätigte Starace die Verkaufsgerüchte. Enel Russia stehe derzeit ebenso wenig wie die vor allem im erneuerbaren Energiebereich tätigen Kraftwerke in Rumänien zum Verkauf. Sobald die Ukraine-Krise gelöst sei, wäre Enel auch an einem Engagement in anderen osteuropäischen Ländern interessiert.

Italien hat bei der Infrastruktur für die digitale Zukunft Nachholbedarf. Deshalb erhielt Rom auch eine Mahnung seitens der EU. Doch wer ist in der Lage, den Ausbau des Breitbandnetzes mit der nötigen Geschwindigkeit voranzutreiben? Enel, der noch zu einem Viertel vom Staat kontrollierte Stromversorger, kann den Ausbau des Breitbandnetzes mit der nötigen Geschwindigkeit vorantreiben. Das bestätigte der Enel-Chef dem STANDARD.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten italienische Medien berichtet, dass nicht Telecom Italia, sondern am ehesten Enel den Ausbau des Breitbandnetzes umsetzen könnte. "Es handelt sich vorerst um einen Vorschlag. Eine Polemik mit Telecom Italia ist unnötig, denn unser Projekt sieht industrielle Synergien vor", sagte Starace. Im Jahr 2016 müssen die seit 2006 in 33 Millionen Privathaushalten installierten digitalen Stromzähler erneuert werden. Es wäre einfach und kostengünstig, diese mit Kabeln für die Digitalisierung auszustatten, um die Breitbandverbindung im gesamten Land zu garantieren.

"Eine einmalige, kostengünstige Gelegenheit, mit der Italien auch die Digitalisierungslücke verringern könne", sagt Starace. Enel beabsichtige weder Telekom-Betreiber noch Eigentümer des Breitbandnetzes zu werden. Einzige Bedingung sei, dass die Installation zeitgleich mit dem Austausch der Stromzähler erfolge. (Thesy Kness Bastaroli aus Rom, 21.5.2015)

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