Nichtstaatliche bayrische Museen sollen nach NS-Raubkunst forschen

20. Mai 2015, 15:27
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Zudem herrscht Ärger über die Langsamkeit der Task Force für Gurlitt-Sammlung

München - Bayerns kommunale und private Museen sollen verstärkt nach NS-Raubkunst in ihren Beständen forschen. Dabei geht es vor allem um 26 Kunstmuseen. Das sagte Astrid Pellengahr, Chefin der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen, am Mittwoch in München. Viele der Museen haben demnach bisher wenig getan, um aufzuklären, ob sie während oder nach der NS-Zeit Raubkunst erworben haben.

Pellengahr nannte vier Hauptgründe dafür: Neben dem Alltagsgeschäft könne die Provenienzforschung von den Museen nicht geleistet werden. "Oft vermuten die Museen auch keine Raubkunst in ihren Beständen." Die "moralisch-ethische Verpflichtung" zur Provenienzforschung sei oft nicht bekannt. Und in manchen Häusern hapert es laut Bericht ohnehin an der Erfassung der Bestände.

Die Landesstelle will ihrerseits zwei Provenienzforscher in die Museen schicken, die bei der Erfassung helfen. Sofern es einen "Anfangsverdacht" gibt, dass ein Kunstwerk gestohlen sein könnte, sollen die Museen dem Fall genauer nachgehen.

Thema im Bayerischen Landtag war auch der Ärger über die von der Staatsregierung ins Leben gerufene Task Force, die in der Sammlung des 2014 gestorbenen Kunsterben Cornelius Gurlitt nach NS-Raubkunst suchen soll. Grund dafür ist das langsame Tempo der Forscher. "Wir sind mit der Arbeit der Task Force extrem unzufrieden", sagte die Grünen-Abgeordnete Verena Osgyan. Zwei Kunstwerke seien den rechtmäßigen Erben zurückgegeben worden. "Bei über 500 Kunstwerken ist das ungeklärt."

Die CSU stimmte den Berichtsanträgen der Opposition zu - in einigen Wochen muss nun die Task Force-Leiterin Ingeborg Berggreen-Merkel den Abgeordneten Rede und Antwort stehen. "Man muss wirklich über personelle Konsequenzen nachdenken", sagte Osgyan. (APA, 20.5.2015)

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