Testosteron kann die Kooperationsbereitschaft erhöhen

26. Mai 2015, 08:31
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Das männliche Sexualhormon hat offenbar auch eine prosoziale Seite

Hamburg - Testosteron sei besser als sein Ruf, berichtet die Universität Hamburg. Hintergrund der Aussage: Forscher der Universität entdeckten, dass das gemeinhin eher mit erhöhter Aggressionsbereitschaft und Dominanzverhalten in Zusammenhang gebrachte männliche Sexualhormon auch prosoziales Verhalten fördern kann.

Das Forschungsteam um Luise Reimers testete 50 männliche Fußballfans, die am PC eine Variante des Gefangenendilemmas durchspielen mussten. Das Gefangenendilemma wird in der Verhaltensforschung angewendet, um Altruismus in Form von kooperativem Verhalten bzw. Egoismus zu erforschen. Bei dem Spiel wird untersucht, inwieweit die Spieler nur ihren eigenen Nutzen maximieren oder auch die Interessen anderer in ihre Entscheidungen mit einbeziehen und mit ihnen kooperieren.

Das Spiel

Die Fußballfans spielten das Gefangenendilemma auf zweierlei Weise: Zum einen sollten sie für sich selbst Punkte sammeln. Zum anderen gab es einen Wettbewerb, bei dem sie in der Gruppe gegen Fans der anderen Vereine spielen sollten und am Ende der Verein gewann, der als Gruppe die meisten Punkte hatte - die Teilnehmer mussten also zwischen persönlichem Gewinn und dem Erfolg ihrer Gruppe abwägen.

Die Testosteronkonzentration der Teilnehmer wurde anhand von Speichelproben gemessen, die am Morgen des Testtages abgegeben wurden. Und die Daten zeigten, dass Testosteron bei Männern den Verzicht auf persönliche Vorteile zum Wohle der eigenen Gruppe oder eine erhöhte Kooperationsbereitschaft gegenüber eigenen Gruppenmitgliedern fördert. Dies galt vor allem in Situationen, bei denen sie sich für die eigene Gruppe einsetzen und gegen andere behaupten mussten. (red, 26.5. 2015)

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