"Familiensplitting" macht Grunderwerbsteuer billiger

20. Mai 2015, 12:55
11 Postings

Je mehr Eigentümer und Erben, desto billiger die Steuer

Wien - Die Anhebung der Grunderwerbsteuer beim Erben und Schenken von Immobilien dürfte sich in vielen Fällen in Grenzen halten, denn die Steuer verringert sich, je mehr Eigentümer eine Immobilie hat oder je mehr Erben es gibt.

Künftig soll die Steuer nach dem Verkehrswert und nicht nach dem günstigeren dreifachen Einheitswert der Immobilie berechnet werden. Bei Vermögensteilen unter 250.000 Euro kommt ein Steuersatz von 0,5 Prozent zur Geltung. Für Werte zwischen 250.000 und 400.000 Euro soll es einen Steuersatz von zwei Prozent geben, alles über 400.000 Euro soll künftig mit 3,5 Prozent besteuert werden. Wird dabei zwischen mehreren Begünstigten geteilt, wird das Erben deutlich günstiger.

Ein Beispiel: Schenkt eine Mutter ihrer Tochter und deren Lebensgefährten ein Einfamilienhaus im Wert von 400.000 Euro, erwerben beide einen Anteil von 200.000 Euro und zahlen jeweils nur 1.000 Euro ( 0,5 Prozent von 200.000 Euro) Steuer. Würde sie als eine Einheit angesehen werden, müssten sie 4.250 Euro zahlen.

Gleiches gilt auch, wenn etwa eine Tochter von beiden Eltern eine Wohnung im Wert von 500.000 geschenkt bekommt. Sie bekommt nicht 500.000 von einer Person, sondern jeweils 250.000 Euro von zwei Personen. Damit gilt auch für sie zwei Mal ein Steuresatz von nur 0,5 Prozent.

Bildungsfreibeträge nicht mehr absetzbar

Im Zuge der Steuerreform wird die Absetzbarkeit von Bildungsfreibeträgen und Bildungsprämien für Unternehmen gestrichen. Gleichzeitig wird die Forschungsprämie von zehn auf zwölf Prozent angehoben. Für Forscher und Wissenschafter aus dem Ausland werden steuerliche Anreize geschaffen, um ihnen den Zuzug nach Österreich zu versüßen.

Die Absetzbarkeit von Bildungsfreibeträgen und die Bildungsprämien wird gestrichen, weil diese "keine ausreichende Anreizwirkung für betriebliche Bildungsmaßnahmen entfalten", begründet das Finanzministerium diesen Schritt. Unternehmen haben bisher 20 Prozent der Kosten, die sie in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter investierten, geltend machen können. Im Gegenzug wird die Forschungsprämie von zehn Prozent auf zwölf Prozent erhöht.

Anreize für ausländische Forscher

Zudem werden Anreize für ausländische Forscher und Wissenschafter geschaffen. Neben der Beseitigung der steuerlichen Mehrbelastung der Auslandseinkünfte wird ein pauschaler Freibetrag eingeführt, in dem der Zuzugsmehraufwand und der auf die Inlandseinkünfte entfallende Steuernachteil pauschal abgegolten werden.

Der Zuzugsfreibetrag soll 30 Prozent der Einkünfte aus in- und ausländischer wissenschaftlicher Tätigkeit betragen. Ziel dieser Maßnahme ist es, dass Wissenschaftern durch eine Übersiedelung nach Österreich keine finanziellen Nachteile im Vergleich zu dem Land, aus dem diese kommen, entstehen. Der Freibetrag ist auf 60 Monate ab dem Zuzugszeitpunkt beschränkt. (APA, 20.5.2015)

Share if you care.