Meinl Kaffee trotzt Russland-Krise

20. Mai 2015, 12:16
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Meinl verkaufte 2014 um 30 Prozent mehr Kaffee in Russland, in Österreich hingegen stagniert der Absatz

Wien - Trotz der Russland/Ukraine-Krise konnte Julius Meinl Kaffee im vergangenen Jahr dort kräftig expandieren. Der Umsatz in Russland mit Hotels, Restaurants und Cafés stieg 2014 um 13 Prozent auf 21,5 Mio. Euro, der Absatz legte um 30 Prozent zu. "Wir haben schwächere russische Mitbewerber verdrängt und sind jetzt Marktführer", sagte Meinl-Kaffee-Finanzvorstand Arno Götz.

Niedrigere Rohkaffeepreise und ein schwächerer Euro haben das Geschäft von Meinl Kaffee im Jahr 2014 geprägt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Jahr davor leicht um leich Prozent auf 135 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) erhöhte sich um 7,5 Prozent auf 20 Mio. Euro.

Der Umsatz in Österreich ging hingegen um sieben Prozent auf 39 Mio. zurück. Laut dem Kaffeeröster resultiert die Umsatzdifferenz im Wesentlichen aus der Änderung der Zuordnung von Geschäftsteilen. Der Meinl-Marktanteil im Kaffeesegment inkl. Espresso im österreichischen Handel lag im Vergleich zu 2013 stabil bei zwölf Prozent. In Italien stieg der Meinl-Umsatz um ein Prozent auf 18 Mio. Euro, in der "Adriatic-Region" (Ex-Jugoslawien) erhöhten sich die Erlöse um 14 Prozent auf 21,6 Mio. Euro. Seit 2013 bietet Meinl weltweit auch Tee für die Gastronomie an. Der Tee-Umsatz von Meinl lag 2014 bei 4,5 Mio. Euro, um zwölf Prozent höher als im Jahr davor.

Weitere Länder im Fokus

Meinl Kaffee hat sich zum Ziel gesetzt, sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren als "Weltmarke" in Hotels, Restaurants und Cafés zu etablieren. In den kommenden Jahren seien Ostasien, Australien und der Mittlere Osten im Fokus, so Marcel Löffler, Chef der Julius Meinl Industrieholding. In China ist Julius Meinl Kaffee bereits in den größten 20 Städten vertreten. Auch sollen in den nächsten Jahren die "Lücken" in Europa - nämlich England, Frankreich und Polen - geschlossen werden.

Mit dem Slogan "Julius Meinl, Inspiriert Poeten seit 1862" will Meinl auf die große Wiener Kaffeehaustradition verweisen und den italienischen Mitbewerbern Illy, Lavazza und Segafredo Kunden abspenstig machen. Via Social Media und "Poetry"-Veranstaltungen soll eine junge, kaffeeaffine Zielgruppe angesprochen werden.

Julius Meinl Kaffee beliefert weltweit rund 40.000 Hotels, Restaurants und Cafés in über 70 Ländern. Das Unternehmen beschäftigt rund 650 Mitarbeiter, davon rund ein Fünftel in Wien. Geröstet wird der Kaffee in Wien und in Vicenza (Italien). Seit Jahresbeginn können Kaffeeliebhaber auf der Website "MyMeinl" ihre eigene Kaffeemischung - und Röstung zusammenstellen. Mit dieser Mikro-Rösterei will Meinl dem Kundenwunsch nach mehr Individualisierung entsprechen. (APA, 20.5.2015)

  • Meinl setzt sich große Ziele.
    foto: apa/julius meinl kaffee

    Meinl setzt sich große Ziele.

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