Energie: Warmes Wetter hilft beim Sparen

20. Mai 2015, 11:15
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Die Energieausgaben der Haushalte fielen im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit 2009

Wien – Die Energieausgaben der österreichischen Privathaushalte sind voriges Jahr zum dritten Mal hintereinander zurückgegangen und damit auf den tiefsten Stand seit dem Jahr 2009 gesunken. Bei den Heizkosten profitierten die Konsumenten vom warmen Wetter. Es gingen aber auch das dritte Mal in Folge die Ausgaben fürs Autofahren zurück, 2014 stark durch die Talfahrt der Spritpreise ab der Jahresmitte.

Im Schnitt gaben die Privathaushalte in Österreich im Vorjahr 2.689 Euro für Energie aus, ein Rückgang um 6,2 Prozent oder um 178 Euro. In Summe betrugen die Aufwendungen der Haushalte für energiebezogene Ausgaben damit rund zehn Milliarden Euro, hat die Österreichische Energieagentur auf Basis der Konsumerhebung der Statistik Austria errechnet.

Absolut gesehen am stärksten war die "Einsparung" im Vorjahr gegenüber 2013 aufgrund der günstigen Witterung bei den Heizkosten, die (ohne Strom) mit im Schnitt 797 Euro um 158 Euro oder 16,6 Prozent niedriger waren. Relativ stabil waren die Ausgaben für Strom, sie lagen im Schnitt bei 796 Euro, ein Plus von 5 Euro oder 0,7 Prozent. In den Jahren 2012 und 2013 waren die gesamten Stromausgaben noch um 1,5 bzw. 4,7 Prozent gestiegen.

Spritpreis ging zurück

Bei der "Mobilität" – also im Wesentlichen dem Autofahren – machte sich vor allem der starke Sprit-Preisrückgang im zweiten Halbjahr, speziell im vierten Quartal, bemerkbar. Aber erneut war auch ein rückläufiger Benzin- und Dieselverbrauch mitverantwortlich, so die Energieagentur. Schon 2013 und 2012 hatten die mobilitätsbezogenen Energieausgaben nachgegeben, trotz steigender bzw. hoher Öl- und Treibstoffpreise. 2014 gingen die Energieausgaben der Haushalte für "Mobilität" um 2,3 Prozent auf im Schnitt nur noch 1.096 Euro zurück – ein Minus von 26 Euro –, im Jahr 2011 wurden dafür noch 1.395 Euro aufgewendet.

Treibstoffe und Heizöl Extra Leicht zeigten voriges Jahr die stärksten Rückgänge aller im Energiepreisindex (EPI) abgebildeten Energieträger. Sprit verbilligte sich im Schnitt um 3,9 Prozent. Dabei war der Preisrückgang bei Diesel mit 4,3 Prozent stärker ausgeprägt als 2013 (-3,7 Prozent), während der Preis für Superbenzin um 3,3 Prozent sank (2013: -3,8 Prozent). Der Preis von Heizöl extraleicht lag 2014 im Schnitt um 6 Prozent unter dem Jahr davor, laut Energieagentur das stärkste Nachlassen seit dem Jahr 2009.

Deutlicher Ölpreisrückgang

Die starken Preisrückgänge bei den Mineralölprodukten folgten im Vorjahr großteils den Entwicklungen am internationalen Ölmarkt. Die Notierung der für den europäischen Markt maßgeblichen Nordseesorte Brent gab gegenüber 2013 um 8,8 Prozent nach. Vor allem im zweiten Halbjahr war die Talfahrt auffallend: Hier fiel der Brent-Preis im Schnitt um mehr als 18 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten 2014. Somit stand Brent im Dezember auf dem tiefsten Stand seit Mai 2009: Am Silvestertag 2014 kostete Brent rund 57,33 Dollar pro Fass, aktuell sind es aber schon über acht Dollar pro Barrel mehr, Dienstagmittag waren es 65,48 Dollar.

Während der Gaspreis für Haushaltskunden im gesamten Vorjahr unverändert blieb (-0,2 Prozent), stiegen die Preise für feste Brennstoffe (Brennholz, Holzbriketts & Holzpellets) mit +4,4 Prozent stärker an als 2013 (+3 Prozent). Getrieben wurde dies vor allem durch die Entwicklung bei Brennholz, das im Schnitt um 4,8 Prozent kostspieliger wurde. Holzpellets (+3,5 Prozent) und Holzbriketts (+1,5 Prozent) wurden ebenfalls teurer, der Preisanstieg war laut Energieagentur aber deutlich schwächer als 2013. Der Fernwärmepreis blieb bis August 2014 fast unverändert: Eine Preiserhöhung im September ließ die Preise im Jahresschnitt um 2,6 Prozent ansteigen, das war aber weniger als der 4,3-prozentige Anstieg im Jahr 2013. (APA, 20.5.2015)

  • Die stärksten Einsparungen gab es beim Heizen.
    foto: apa/ludwig schedl

    Die stärksten Einsparungen gab es beim Heizen.

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    grafik: apa
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