Strasser bekommt die Fußfessel

20. Mai 2015, 09:55
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Zu drei Jahren Haft verurteilter Ex-Innenminister darf ab Juni zu Hause schlafen

Wien – Der ehemalige ÖVP-Innenminister und EU-Abgeordnete Ernst Strasser bekommt die Fußfessel. Entsprechende Medienberichte bestätigte der Leiter der Vollzugsdirektion, Peter Prechtl, am Mittwoch. Strasser wurde im Herbst des Vorjahres wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt.

Prechtl betonte, dass sich Strasser während des Strafvollzuges nichts habe zuschulden kommen lassen und von ihm auch keine Gefahr ausgehe. Der Fall sei wie jeder andere auch umfassend geprüft worden. Voraussetzungen für den elektronisch überwachten Hausarrest sind auch eine geeignete Wohnung, die Zustimmung der Personen, die mit ihm gemeinsam in der Wohnung leben, sowie ein Arbeitsplatz. Die Entscheidung traf der Leiter der Simmeringer Strafvollzugsanstalt.

Ab Juni wieder zu Hause

Strasser war in der Lobbyistenaffäre wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft verurteilt worden und hatte die Strafe im November in der Vollzugsanstalt Simmering angetreten. Nach acht Wochen hinter Gittern wurde er Freigänger. Er arbeitete tagsüber als Berater für eine Firma und musste am Abend wieder ins Gefängnis einrücken. Ab Anfang Juni kann er die Strafvollzugsanstalt nun endgültig verlassen und mit der Fußfessel in den elektronisch überwachten Hausarrest wechseln. Eine bedingte Entlassung ist nach der Hälfte der verbüßten Strafe möglich, im Fall Strassers nach eineinhalb Jahren. Die Fußfessel ist für maximal ein Jahr möglich.

Taggeld für Fußfessel

Mit der Fußfessel ändert sich für Strasser auch finanziell einiges. Als Freigänger hatte die Strafvollzugsanstalt einen Vertrag mit dem Unternehmen, bei dem er arbeitet. Er selbst bekommt nur so viel Geld, wie auch die Insassen für eine entsprechende Arbeit erhalten, den Rest des Einkommens behält der Bund ein. Mit der Fußfessel schließt er hingegen selbst als Arbeitnehmer einen Dienstvertrag mit seinem Arbeitgeber ab und bekommt das Gehalt, mit dem er sein Leben bestreiten muss. Außerdem muss er Taggeld für die Fußfessel bezahlen, das maximal 22 Euro pro Tag betragen kann. (APA, red, 20.5.2015)

  • Für die Fußfessel muss Ernst Strasser ein Taggeld bezahlen.
    foto: reuters/bader

    Für die Fußfessel muss Ernst Strasser ein Taggeld bezahlen.

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