Innsbrucker Labor nimmt Pilzinfektionen ins Visier

20. Mai 2015, 08:38
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Pilzinfektionen sind häufig Todesursache in Spitälern. An der Med-Uni Innsbruck wurde dazu ein neues Christian-Doppler-Forschungslabor eingerichtet

Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit. In europäischen Kliniken erkrankt jeder 14. Patientin an einer Infektion, das sind vier Millionen Menschen jährlich. Zu den wichtigsten Pathogenen gehören Bakterien, Viren und Pilze. Pilzinfektionen (Aspergillosen und Infektionen durch Mucormyzeten) bei schwerkranken Patienten haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen.

Ein wesentlicher Grund dafür ist die steigende Zahl stark immungeschwächter oder schwer kranker PatientInnen, therapeutische Interventionsmöglichkeiten sind mangels potenter Medikamente sehr eingeschränkt. Vor diesem Hintergrund zielt das neue CD-Labor darauf ab, die Ausbreitung von Krankenhausinfektionen mittels multidimensionalem Präventionsansatz zu stoppen.

Mehr Hygiene

Pathogene verbreiten sich über verschiedene Wege. Vor allem unbelebte Flächen spielen bei der Infektionsübertragung epidemiologisch relevanter Krankheitserreger eine große Rolle. "Eine Reihe wichtiger Erreger nosokomialer Infektionen kontaminieren das patientennahe Umfeld und können Wochen bis Monate auf trockenen Oberflächen persistieren und so über direkte bzw. indirekte Kontakte zur Infektionsquelle werden", gibt Cornelia Lass-Flörl, Fachärztin für Hygiene und Mikrobiologie und ausgewiesene Expertin für die Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Prävention von Pilzinfektionen, zu bedenken.

Gemeinsam mit den Industriepartnern Fritz Egger GesmbH & Co OG und Gilead Sciences GesmbH arbeitet Lass-Flörl an einer innovativen molekularbasierenden Diagnostik von Pilzinfektionen, untersucht und bewertet diverse antifungale Kombinationstherapien und erforscht und entwickelt Materialsysteme für keimfreie Oberflächen.

Auf der Suche nach neuen Medikamenten

Die neuartigen antimikrobiellen Oberflächen sollen eine rasch abtötende Wirksamkeit gegen zahlreiche Mikroorganismen aufweisen sowie unabhängig von Resistenzen gegen Antibiotika und Antimykotika wirken und damit die Rate an Krankenhausinfektionen reduzieren helfen. Mit der Einrichtung eines neuen Christian Doppler Forschungslabors an der Med-Uni Innsbruck wir die Dynamik von invasiven Pilzinfektionen näher erforscht. (red, 20.5.2015)

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