Irakische Armee und IS bereiten sich auf Kampf um Ramadi vor

20. Mai 2015, 13:11
22 Postings

USA: Schiitische Kämpfer stehen unter Kommando der irakischen Regierung

Bagdad/Washington – Im Irak bereiten sich Regierungstruppen und die Extremistengruppe "Islamischer Staat" (IS) auf einen neuen Kampf um die strategisch wichtige Stadt Ramadi vor. Während die Armee am Dienstag Panzer und Artilleriegeschütze um die Stadt in der Provinz Anbar in Stellung brachte, legten die Islamisten nach Angaben von Augenzeugen Minenfelder an und errichteten Verteidigungsanlagen.

Ein Vertreter der örtlichen Regierung rief die Bevölkerung auf, sich während der Kämpfe gegen den IS zu erheben. Aufseiten der Armee stehen auch tausende schiitische Milizionäre bereit, die Stadt zurückzuerobern. Sie sprachen von einer bevorstehenden "Schlacht um Anbar".

IS-Kämpfer hatten Ramadi am Sonntag erobert, seitdem sind zehntausende Menschen aus der Region auf der Flucht. Augenzeugenberichten zufolge wurde drei Kindern und zwei Frauen der Weg über eine Brücke nach Bagdad versperrt, woraufhin sie wegen der Hitze und fehlender medizinischer Versorgung gestorben sind.

USA prüfen Art der Unterstützung

Die USA erwägen nun, die Zusammenarbeit mit Stammeskämpfern vor Ort zu beschleunigen. Nach einem Treffen des Nationalen Sicherheitsrats am Dienstag sagte dessen Sprecher Alistair Baskey der Nachrichtenagentur AFP: "Wir prüfen, wie wir die Bodentruppen in Anbar am besten unterstützen." Das beinhalte auch, "die Ausbildung und Ausrüstung örtlicher Stämme zu beschleunigen und die Operation zur Rückeroberung Ramadis unter irakischer Führung zu unterstützen".

Es gebe keine "formale Überarbeitung der Strategie" im Irak, so Baskey. Nicht die Art der Unterstützung sunnitischer Stämme, sondern das Tempo dabei werde überdacht. Genaueres werde in den nächsten Tagen mitgeteilt. Im Nationalen Sicherheitsrat sitzen unter anderen Außenminister John Kerry, Verteidigungsminister Ashton Carter, CIA-Chef John Brennan und Obamas Sicherheitsberaterin Susan Rice.

Schwerster Rückschlag

IS-Kämpfer hatten Ramadi am Sonntag erobert. Der Verlust der Stadt 100 Kilometer vor Bagdad ist der bisher schwerste Rückschlag für Iraks vor acht Monaten angetretenen Regierungschef Haider al-Abadi. Er war nach Absprache mit den USA zunächst davor zurückgeschreckt, zur Abwehr des IS in der mehrheitlich sunnitischen Anbar-Provinz neben den Regierungstruppen auch die bereitstehenden Schiiten-Milizen (Hashid Shaabi) einzusetzen.

Die USA hatten den IS-Sieg in Ramadi als Rückschlag bezeichnet, wiesen aber Spekulationen über eine drohende Niederlage gegen die Jihadisten zurück. (APA, 20.5.2015)

Share if you care.