250-kg-Weltkriegsbombe in Hannover entschärft

20. Mai 2015, 07:25
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31.000 Menschen konnten in der Nacht wieder nach Hause

Hannover – Spätes Aufatmen in Hannover: Die Entschärfung eines 250 Kilogramm schweren Bomben-Blindgängers ist geglückt. Nach rund einer Stunde Arbeit gab der Kampfmittelräumdienst in der Nacht auf Mittwoch Entwarnung. "Wir sind alle erleichtert. Es ist gut über die Bühne gegangen", sagte Feuerwehrsprecher Martin Trang.

31.000 Menschen konnten noch in der Nacht in ihre Wohnungen zurückkehren – es war eine der größten Evakuierungsaktionen wegen einer Bombe nach dem Zweiten Weltkrieg. Rund vier Stunden waren die 850 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Hilfsorganisationen allein mit der Räumung der umliegenden Wohngebäude beschäftigt gewesen.

Altersheim evakuiert

Auch ein Altersheim musste evakuiert werden. Die Menschen wurden in einer großen Mehrzweckhalle, Hotels und einer Sporthalle untergebracht. Sie wurden vom Roten Kreuz mit Kaffee, Kaltgetränken und kleinen Snacks versorgt.

"Die Evakuierung verlief äußerst positiv. Die Menschen waren sehr kooperativ", sagte Trang. Um ganz sicherzugehen, suchte ein Polizeihubschrauber das Gebiet anschließend noch mit einer Wärmebildkamera nach verbliebenen Bewohnern ab.

Die Bombe war am Vormittag bei Abrissarbeiten auf einem ehemaligen Schulgelände entdeckt worden. Mehr als 70 Jahre lang war sie unentdeckt unter dem zuletzt von Gymnasiasten und der Volkshochschule genutzten Gelände in der dicht besiedelten Südstadt gelegen.

Wall um den Fundort

Wegen des Zustands des Blindgängers hatte der Kampfmittelräumdienst eine zügige Entschärfung empfohlen. Zum Schutz hatten die Einsatzkräfte um den Fundort einen Wall aus Schifffahrtscontainern aufgebaut.

Von der bisher größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit Kriegsende waren 2011 in Koblenz rund 45.000 Menschen betroffen. In Hannover hatten zuletzt im Jänner 2013 in den Stadtteilen Vahrenheide und Sahlkamp 25.000 Menschen ihre Häuser verlassen müssen. Im Sommer vor zwei Jahren musste dann die komplette Innenstadt von Hannover samt Rotlichtviertel geräumt werden.

Im vergangenen September wurde im Vorort Seelze einer der gefürchteten Wohnblockknacker unschädlich gemacht. Dabei handelt es sich um eine 1,8 Tonnen schwere britische Bombe, die im Umkreis von einem Kilometer Dächer, Türen und Fenster wegsprengte, um den Weg für gewöhnliche Brand- und Sprengbomben freizumachen.

Hannover war im Zweiten Weltkrieg vielfach Ziel alliierter Bomber. Allein bei dem schwersten Bombenangriff in der Nacht auf den 9. Oktober 1943 wurden 261.000 Bomben über Hannover abgeworfen, darunter 3.000 Sprengbomben. 1.245 Menschen kamen ums Leben, 250.000 wurden obdachlos. Das Stadtzentrum und die dicht besiedelte Südstadt wurden größtenteils zerstört. (APA, 20.5.2015)

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