Deutsche Bundeswehr: Nun auch Probleme mit Helmen

19. Mai 2015, 20:26
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Austausch wegen möglicher Gefährdung der Soldaten nötig. Auch in der Gewehr-Affäre rumort es weiter

Berlin - Neue Ausrüstungspanne bei den deutschen Streitkräften: Ein Teil der Gefechtshelme muss wegen einer mangelhaften Schraube an jenem Mechanismus, mit dem die Helme am Kopf befestigt werden, aus dem Verkehr gezogen werden. Das deutsche Verteidigungsministerium teilte am Dienstag mit, dass der der unter der Schraube liegende Kopfbereich nicht ausreichend gegen Splitter geschützt sei.

Um eine mögliche Gefährdung der Soldaten im Einsatz auszuschließen, würden die Helme dort zuerst ausgetauscht. "Danach erfolgt auch der Austausch aller betroffenen Gefechtshelme für den Grundbetrieb im Inland", heißt es in der Mitteilung. Nach einem Bericht des verteidigungspolitischen Blogs "Augen geradeaus!" stammen die defekten Helme vom spanischen Hersteller Induyco.

Österreichisches Gewehr eigentlich Sieger

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen war zuletzt in der Affäre um das offenbar wenig zielsichere Gewehr G36 in die Kritik geraten. Und auch diese Affäre fand am Dienstag eine Fortsetzung: Wie es in einer Aussendung des deutschen TV-Magazins Frontal 21 hieß, hatte eigentlich ein Gewehr das Gewehr Steyr AUG aus Österreich mit dem Prädikat "truppenverwendbar" einen entsprechenden Vergleichstest im Jahr 1994 gewonnen.

Trotzdem entschieden sich die Beschaffer der deutschen Bundeswehr damals für das deutsche Gewehr G36, das wegen technischer Probleme als nicht truppentauglich gilt. Das von Heckler & Koch hergestellte Gewehr G36 ist nun seit zwei Jahrzehnten das Standardgewehr der deutschen Soldaten. Bis heute haben die Beschaffer der Bundeswehr rund 180.000 Gewehre dieses Typs gekauft.

Von Anfang an mit Problemen

Gegenüber Frontal21 kritisiert Michael Engesser, Geschäftsführer des Waffenherstellers Steyr Mannlicher, die damalige Entscheidung der Deutschen. "Wir haben mit einer vollfunktionsfähigen Waffe nach meinen Erfahrungen die Ausschreibung gewonnen und sind trotzdem - vermutlich aus wirtschaftspolitischen Gesichtspunkten - nicht zum Zug gekommen." Das könne nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, kommentiert Jan van Aken, Verteidigungspolitiker der Linken, und mutmaßt: "Ich glaube, schon damals war im Ministerium eine Art Seilschaft am Werk." (APA, 19.5.2015)

  • In Bedrängnis: Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.
    foto: apa/epa/maurizioügambarini

    In Bedrängnis: Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

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