Haft für Enthüller von Sicherheitsmängeln in britischen Atom-U-Booten

19. Mai 2015, 16:41
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Soldat hatte 18-Seiten-Bericht zu angeblich schweren Verstößen ins Internet gestellt

Ein britischer Soldat und Ingenieur, der mutmaßliche Sicherheitsmängel an Atom-U-Booten der Royal Navy aufgedeckt hat, befindet sich im Gewahrsam der Militärpolizei in Schottland. Wie eine Sprecherin der Marine am Dienstag mitteilte, wurde William McNeilly am Montagabend festgenommen.

Die Royal Navy stimme mit McNeillys "unbegründeten persönlichen Ansichten" nicht überein. Sie nehme aber die Sicherheit ihrer U-Boote und ihres Personals "äußerst ernst" und setze die entsprechenden Untersuchungen fort.

Stützpunkt 40 Kilometer von Glasgow entfernt

McNeilly hatte am Montag über die Medien angekündigt, dass er sich den britischen Behörden freiwillig stellen wolle. Er war vergangene Woche untergetaucht, nachdem er einen 18-seitigen Bericht über 30 von ihm ausgemachte Sicherheitsverstöße ins Internet gestellt hatte. Dabei ging es um vier mit Trident-Raketen bestückbare Atom-U-Boote, die zur Marinebasis Clyde an Schottlands Westküste gehören. Der Stützpunkt ist nur 40 Kilometer Luftlinie von der 600.000-Einwohner-Stadt Glasgow entfernt.

In seinem Bericht beschreibt McNeilly unter anderem die Sicherheitsvorkehrungen als ungenügend. Es sei "nur eine Frage der Zeit", bis sich dort ein "Psychopath oder Terrorist" einschleiche. Am Montag hatte sich der 25-jährige Soldat in der BBC überzeugt gezeigt, dass er inhaftiert werde. Er habe "alles geopfert, um die Bevölkerung und die Regierung zu warnen". (Reuters, 19.5.2015)

  • Das britische Atom-U-Boot HMS Victorious.
    foto: apa / epa / sergeant tom robinson (rlc) / handout

    Das britische Atom-U-Boot HMS Victorious.

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