Werden Sie gesetzestreuer Kassazettel-Aufbewahrer?

20. Mai 2015, 09:00
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Mit der neuen Registrierkassenpflicht werden Konsumenten verpflichtet, den Kassenbeleg aufzubewahren. Ein Witz oder ohnehin Alltag?

Bis zum Verlassen des Geschäftes soll man also künftig den Kassazettel brav mit sich führen. Aber natürlich nicht zum reinen Selbstzweck. Sondern um sich als braver, gesetzestreuer Bürger zu profilieren, denn: Bei der Betrugsbekämpfung im Zusammenhang mit der umstrittenen Registrierkassenpflicht sollen die Konsumenten mithelfen. Diese Neuerung wird dem Vernehmen nach auch eine Verpflichtung enthalten, dem Kunden das Objekt der Begierde – den Kassazettel – auszuhändigen.

500-Meter-Regelung

Detail am Rande: Noch gestern hieß es bei der Debatte über die gesetzlichen Feinheiten, der Konsument habe den Bon im Umkreis von 500 Metern rund um das Geschäft mitzuführen.

Kontrollen geschweige denn Konsequenzen soll es allerdings nicht geben, versicherte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ).

Alles Neue bleibt beim Alten?

Es ist nun an der Zeit für ein Geständnis: Nehmen Sie künftig gesetzestreu den Kassenbeleg entgegen und führen ihn sachgemäß bei sich? Oder gehören Sie – gefühlt – zur Mehrheit all jener, die den freudig ausgestreckten Arm des Personals ignorierten und somit Ihren Beleg ung'schaut in den Mistkübel wandern lassen? Ist es in Zukunft dann noch möglich, ein ruhiges Leben zu führen, wohlwissend, gegen das Gesetz zu verstoßen? (cln, 20.5.2015)

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