Syrien: Islamisten nehmen Armeestützpunkt in Idlib ein

19. Mai 2015, 16:16
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Der Verlust von Mastouma ist ein herber Rückschlag für Assad-Truppen. Neue Truppen sollen nun die Oasenstadt Palmyra schützen

Damaskus/Palmyra - Islamistische Rebellen haben den letzten großen Armeestützpunkt des Assad-Regimes in der nordsyrischen Provinz Idlib eingenommen. Die syrische Armee habe sich aus dem Militärlager in Mastouma zurückgezogen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag

Die radikale Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, erklärte über Twitter, Mastouma sei "befreit" worden. Die Einheiten der Armee zogen sich laut den Menschenrechtsbeobachtern Richtung Süden in die Stadt Aricha an den Rand der Provinz zurück. Die heftigen Kämpfe gingen weiter. Dabei seien mindestens 15 Kämpfer des Regimes getötet worden, hieß es.

Die Islamisten hatten die Provinzhauptstadt Idlib bereits Ende März eingenommen. Vor drei Wochen konnten sie in die Kleinstadt Jisr al-Shughour vorrücken.

Kampf um Palmyra

Die von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) bedrohte historische Oasenstadt Palmyra in Zentralsyrien soll derweil durch neue Truppen geschützt werden. Es gehe um Hunderte Kämpfer des Stammes der Shaitat, die von Kräften des Assad-Regimes ausgebildet worden seien, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag.

Der IS hatte im vergangenen Jahr mindestens 930 Angehörige der Shaitat umgebracht. Die Volksgruppe, die in einer Euphrat-Region im Osten Syriens siedelt, hatte sich den Extremisten nicht unterordnen wollen.

Granateneinschlag bei Tempel

Das UNESCO-Weltkulturerbe Palmyra in Mittelsyrien ist weiterhin akut vom IS bedroht. Bei heftigen Kämpfen zwischen Anhängern des Regimes und des IS schlug am Dienstag eine Mörsergranate nahe des berühmten Baal-Tempels ein, wie die Beobachtungsstelle meldete. In der Stätte gab es aber ersten Erkenntnissen zufolge keine Schäden.

Syrische Flugzeuge hätten in der Region mehrere Angriffe auf IS-Stellungen geflogen, meldeten die Menschenrechtsbeobachter. Opferzahlen wurden zunächst nicht bekannt. (APA, dpa, 19.5.2015)

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