Mindestens vier Tote bei Explosion im Zentrum von Kabul

19. Mai 2015, 18:24
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Taliban bekannten sich zu Anschlag auf Parkplatz des afghanischen Justizminisiteriums

Kabul - Ein Selbstmordattentäter der Taliban hat am Dienstag in der afghanischen Hauptstadt Kabul vier Menschen mit in den Tod gerissen. Nach Polizeiangaben sprengte der Attentäter sein Auto auf dem Parkplatz des Justizministeriums in die Luft, als die Beamten Dienstschluss hatten. Dutzende Menschen wurden verletzt, über dem Parkplatz war eine dichte Rauchsäule zu sehen.

Die Explosion ließ auf dem Parkplatz zahlreiche zerstörte und verkohlte Fahrzeuge zurück. Das Gesundheitsministerium erklärte, mehr als 50 Menschen seien verletzt worden. Es würden aber ständig weitere Verletzte in die Krankenhäuser eingeliefert.

Angriffe auf "Marionettenregierung" angekündigt

Die islamistischen Taliban-Rebellen bekannten sich zu dem Anschlag. In einer Erklärung hieß es, die afghanische "Marionettenregierung", ihr Geheimdienst, ihr Gerichts- und Gefängnisapparat misshandele gefangene Taliban. "Darum waren Staatsanwälte, Richter und Bedienstete des Justizministeriums wiederholt Ziele unserer Angriffe."

Staatspräsident Ashraf Ghani verurteilte das Attentat "auf das Schärfste". Die US-Botschaft erklärte, der Anschlag habe Menschen bei ihrer "täglichen Arbeit für den Rechtsstaat" in Afghanistan gegolten.

Anschlagswelle rollt weiter

Erst am Sonntag waren bei einem Taliban-Anschlag auf einen Fahrzeugkonvoi von Ausländern in Kabul drei Menschen getötet worden, darunter ein Mitarbeiter der EU-Polizeimission Eupol. Mindestens 18 weitere Menschen wurden bei dem Attentat verletzt.

Die afghanischen Sicherheitskräfte haben seit dem Abzug der NATO-geführten Kampftruppen zum Jahreswechsel die alleinige Sicherheitsverantwortung im Land. Die NATO unterstützt sie aber weiter mit etwa 12.000 Soldaten, die vor allem ausbilden und beraten. Vor wenigen Tagen kündigte die NATO an, dass sie auch nach ihrem im kommenden Jahr auslaufenden Einsatz weiter am Hindukusch bleiben werde. (APA, Reuters, 19.5.2015)

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