Ungewöhnliche Spezies an ungewöhnlichen Orten entdeckt

Ansichtssache26. Mai 2015, 19:46
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Gliederfüßer - also unter anderem Insekten, Spinnentiere, Krebse und Tausendfüßer - sind der mit Abstand artenreichste Stamm im Tierreich. Sie stellen etwa 80 Prozent aller heute lebenden Tierarten. Und bislang unbekannte Spezies werden nach wie vor am laufenden Band identifiziert - hier sind drei weitere:

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foto: a. korotaev

Über 9.000 Arten von Flohkrebsen (Amphipoda) hat man bislang entdeckt. Und das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein, denn die einige Millimeter bis wenige Zentimeter kleinen Tiere sind in so gut wie allen Gewässern der Erde zuhause. Auch in so abgeschiedenen wie dem, von dem ein internationales Forscherteam nun im Open-Access-Magazin "Subterranean Biology" berichtet.

Das neuidentifizierte Tier mit der Bezeichnung Zenkevitchia yakovi lebt in Karsthöhlen in den südlichen Ausläufern des Großen Kaukasus. Der kleine Krebs gehört zu einer Gruppe blinder und pigmentloser Amphipoda, die allesamt in unterirdischen Flüssen und Seen vom Balkan bis zum Kaukasus zuhause sind. Dieses Verbreitungsgebiet deutet daraufhin, dass sie in ihren heute isolierten Biotopen zurückgelassen wurden, als sich ehemalige Küstenlinien verschoben.

Ihre Mundpartie deutet darauf hin, dass die Krebschen davon leben, Nährstoffe aus dem Wasser zu filtern. Aber das ist nur eine Vermutung - die Forscher weisen darauf hin, dass man über die Lebensweise dieser Höhlenbewohner noch praktisch gar nichts weiß.

Link
Subterranean Biology: "shedding light on a cryptic cavernicole: A second species of Zenkevitchia Birstein (Crustacea: Amphipoda: Typhlogammaridae)"

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