Pentagon: Gegen Snowden wettern, aber selbst Details verraten

Analyse19. Mai 2015, 10:21
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Hochrangige Mitarbeiter verrieten kritische Details über Aktion in Syrien – Gefährden damit Geheimdienstarbeit mehr als Snowden

Vergangene Woche führten US-Einheiten eine erfolgreiche Spezialmission durch: Soldaten töteten im Osten Syriens in einer Nacht-und-Nebelaktion einen hochrangigen Kommandanten der Terrorbande "Islamischer Staat". Nur wenige Stunden später konnten Medien wie die New York Times unter Berufung auf "hochrangige Geheimdienstmitarbeiter" geheime Informationen zum Ablauf der Aktion liefern.

Erfolge präsentieren

Diese Details könnten aber Menschenleben gefährden, kritisieren Geheimdienstexperten nun. So schreibt Trevor Timm auf Boing Boing, dass Terroristen durch die Enthüllungen präzise Informationen erhalten, wie der IS-Kommandant geschnappt werden konnte. Die Wortmeldungen der anonymen Quellen wurden mit hoher Wahrscheinlichkeit von Entscheidungsträgern im Verteidigungsministerium abgesegnet. Die US-Regierung nutzt dies, um Erfolge im Kampf gegen den Terrorismus in die Medien zu bringen.

Geheimnisverrat

Damit bewiese sie aber eine Doppelmoral in Bezug auf die NSA-Enthüllungen von Edward Snowden, schreibt Timm weiter. Denn im Gegensatz zu den Informationen über die Spezialmission hätten Snowden-Enthüllungen keine Menschenleben gefährdet. Das behaupten allerdings zahlreiche US-Politiker, Geheimdienst-Mitarbeiter und auch Journalisten. Beweise dafür sind jedoch bisher ausgeblieben. Der ehemalige CIA-Mitarbeiter Mike Morrell tourt momentan etwa mit der These, Snowden habe zum Aufstieg des IS beigetragen, durch die USA. (fsc, 19.5.2015)

  • US-Verteidigungsminister Ashton Carter
    foto: reuters/gripas

    US-Verteidigungsminister Ashton Carter

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