Regierungsanhänger demostrieren in Mazedoniens Hauptstadt

18. Mai 2015, 21:28
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"Unterstützung für den Staat in schwierigen Momenten"

Skopje - Einen Tag nach dem bisher größten Oppositionsprotest hat der mazedonische Ministerpräsident Nikola Gruevski am Montagabend seine Anhänger ebenfalls im Stadtzentrums von Skopje versammelt. Während Oppositionsanhänger seit Sonntagabend vor dem Regierungsgebäude campieren, um der Forderung nach dem Rücktritt des Premiers Nachdruck zu verleihen, trafen sich die Anhänger Gruevskis vor dem Parlament.

Laut Medienberichten würden an der Kundgebung unter dem Motto "Starkes Mazedonien" zehntausende Menschen teilnehmen, die aus allen Landesteilen angereist waren. Zu sehen waren auch die nach den kürzlichen blutigen Kämpfen in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo zurückgetretene Innenministerin Gordana Jankulovska und der ebenfalls aus dem Amt geschiedene frühere Chef des Geheimdienstes Sasa Mijalkov.

"Schwierige Momente"

Medien berichteten über starkes Polizeiaufkommen im Stadtzentrum, das eventuelle Konfrontationen zwischen Anhängern der regierenden VMRO-DPMNE und jenen der Opposition verhindern soll. Die Kundgebung der Regierungsanhänger habe zum Ziel, die "Unterstützung für den Staat in schwierigen Momenten" sowie für alle jenen zu bekunden, die für Mazedonien kämpften, erläuterte Gruevski.

Ein weiteres Treffen der vier führenden Landespolitiker, Premier Nikola Gruevskis (nationalkonservative VMRO-DPMNE), Oppositionschef Zoran Zaev (Sozialdemokratischer Bund, SDSM), Ali Ahmeti (mitregierende albanische Demokratischen Integrationsunion DUI) und Menduh Thaci (oppositionelle Albanischen Demokratischen Partei DPA) ist am Montagnachmittag in Skopje ohne Ergebnisse verlaufen.

Die Opposition beharrt auf dem Rücktritt des Premiers und der Bildung einer Übergangsregierung, zu welcher allerdings nicht auch Gruevski gehören würde, welche dann die Neuwahlen vorbereiten würde. Gruevski wies am Samstagabend seinen eventuellen Rücktritt als "einen feigen Akt" zurück.

Mazedoniens Premier und Oppositionschef Zaev werden am morgigen Dienstag durch Vermittlung vom EU-Parlaments in Straßburg versuchen, eine Lösung für die politische Krise zu finden.

Mazedonien steckt seit den vorgezogenen Parlamentswahlen im April 2014 in der Krise. Diese hat sich seit dem Jahresbeginn weiter zugespitzt, nachdem der SDSM mit der Veröffentlichung von mitgeschnittenen Telefongesprächen begonnen hat, die einzelne Regierungsfunktionäre schwer belasten. Am vorletzten Wochenende hatte die Krise auch eine zwischenethnische Dimension durch Kämpfe der Polizei mit einer Gruppe bewaffneter Albaner in Kumanovo, nördlich von Skopje, erhalten. Acht Polizisten kamen ums Leben, 37 wurden verletzt. Albaner stellen laut Amtsangaben ein Viertel der Landesbevölkerung. (APA, 18.5.2015)

  • Tausende Regierungsanhänger demonstrieren in Skopje.
    foto: reuters/ognen teofilovski

    Tausende Regierungsanhänger demonstrieren in Skopje.

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