Public Viewing: Song Contest spielt's drinnen und draußen

18. Mai 2015, 20:02
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Der Eurovision Song Contest ist keine Fußball-WM. In Sachen Public-Viewing-Potenzial braucht sich das Wettsingen aber nicht zu verstecken. Allein in Wien gibt es 24 Events. Als Rahmenprogramm werden von Aktivisten etwa "queere" Rathausführungen angeboten.

Wien - Der Wiener Rathausplatz hat sich bei Großveranstaltungen als Zentrum für Brot und Spiele längst etabliert. Insofern ist es keine Überraschung, dass auch beim Song Contest vor dem Rathaus ordentlich die Post abgeht. Das sogenannte Eurovision Village bietet neben den Live-Übertragungen der Semifinale am Dienstag und Donnerstag sowie dem finalen Showdown am Samstag auf Großbildleinwand zahlreiche andere Programmpunkte.

Vor dem ersten Public Viewing am Dienstag gibt es Auftritte von Zoe und Celina Ann, die in der Österreich-Vorentscheidung zum Song Contest knapp gescheitert sind. Der Mittwoch steht im Zeichen von Udo Jürgens, am Donnerstag treten die heimischen Starter The Makemakes auf.

Conchita-Wurst-Lookalike-Contest

Am Freitag dürfen sich Männer und Frauen mit gepflegtem Barthaar Hoffnungen auf den Sieg beim Conchita-Wurst-Lookalike-Contest machen. Wer sich die Chance nicht entgehen lassen will, auch ohne Ticket für die Finalshow von rund 200 Millionen Menschen weltweit gesehen zu werden, sollte am Samstag kommen: Die österreichische Wertung für das illustre Wettsingen wird live vom Rathausplatz verkündet.

Im Großverbund glotzen lässt sich an weiteren 23 Orten allein in Wien, so viele werden von der Stadt aufgelistet. Darunter finden sich das Shoppingcenter The Mall in Wien-Mitte, der Hauptbahnhof oder der Reithofferpark nahe der Stadthalle genauso wie der Biergarten Kolariks Himmelreich im Prater, das Lokal Hawidere oder die Eventorte Sand in the City und Summerstage. Denn wenn der Zug namens Song Contest schon einmal rollt, ist es ein Leichtes, auf ihn aufzuspringen.

Kruder und Wegas

Im Club Pratersauna versucht FM4, den Spagat zwischen Mainstream, Schlager, Indie und Alternative irgendwie hinzubekommen. Neben den Public Viewings der Song-Contest-Shows gibt es Auftritte von DJs wie Patrick Pulsinger und Peter Kruder genauso wie von Song-Contest-Veteran Tony Wegas ("Zusammen geh'n", "Maria Magdalena"). Kommentiert wird das Finale mit gewohnter Verve und Absurdität von der Truppe Projekt X.

Song Contest und Comedy

Im Theater am Spittelberg führt das griechisch-steirische Kabarettduo Kernölamazonen in Doppelconférence durch die Halbfinalshows. Das Finale am Samstag bestreitet die eine Kernölamazone, Caroline Athanasiadis, mit dem deutschen Comedian Sascha Korf.

Basis des Programms sind die Live-Übertragungen, der Rest ist Stand-up-Comedy und Interaktion mit dem Publikum. Wer schnell ist, bezahlt eine Karte (22 bzw. 25 Euro) und bekommt zwei Tickets. Tages- und Wocheneintrittskarten für das vom österreichischen Song-Contest-Fanclub OGAE veranstaltete Euro Fan Cafe Vienna in der EMS Lounge sind bereits ausverkauft.

Kultur und ESC

Song Contest wird in der Volkshochschule Urania am Donaukanal mit Kultur verbunden: Unter dem Motto "40 Länder - eine Stadt - 7 Tage" werden kostenlos Filme, Präsentationen und Vorträge der teilnehmenden Länder geboten.

"Queere" Stadtführungen

Die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und Transgender-Lebensweisen (WASt) nützt den Hype um den Song Contest und bietet "queere" Stadtführungen durch das "Rainbowheart from Austria" an. Vom Rathaus führt der Rundgang zu touristischen Hotspots, dazu wird auf den Status quo von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen in Österreich Bezug genommen. Die kostenlose zweistündige Tour startet täglich um elf Uhr beim Rathaus. Am Mittwoch und Freitag (18 bis 20 Uhr) gibt es zudem "queere" Führungen durchs Rathaus. (David Krutzler, 19.5.2015)

  • Nicht alle werden den Song Contest in der Wiener Stadthalle mitverfolgen können: Der Großteil gibt sich das Event auf der heimischen Couch oder bei Public Viewings. Am Montag ging es bei den letzten Proben zum ersten Halbfinale jedenfalls ordentlich zu.
    foto: matthias cremer

    Nicht alle werden den Song Contest in der Wiener Stadthalle mitverfolgen können: Der Großteil gibt sich das Event auf der heimischen Couch oder bei Public Viewings. Am Montag ging es bei den letzten Proben zum ersten Halbfinale jedenfalls ordentlich zu.

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