Steirischer Erzberg soll zum Zentrum für Tunnelforschung werden

18. Mai 2015, 15:19
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Ausbau stillgelegter Stollen im Erzberg um 30 Millionen Euro soll realistische Forschungs- und Trainingsbedingungen für Industrie und Einsatzkräfte ermöglichen

Leoben/Eisenerz - Im steirischen Erzberg soll in den kommenden drei Jahren ein weltweit einzigartiges Zentrum für Tunnelforschung und -sicherheit entstehen. Als Basis für das "Zentrum am Berg" (ZaB) dienen mehrere stillgelegte Stollen im Erzberg, die ausgeweitet und verlängert werden. Der Spatenstich sei noch für kommenden Herbst vorgesehen, wie die Montanuniversität Leoben mitteilte.

Im Bereich des Tunnelbaus sind für die Weiterentwicklung der Baumethoden, aber auch der Materialien und der Ausstattung bis hin zur Sicherheitstechnik Tests unter realen Bedingungen bisher nur schwer möglich: Tests im Labormaßstab seien eingeschränkt aussagekräftig, Versuche in bestehenden Tunnels seien wiederum teuer, da die Tunnels für die Versuche gesperrt und Fahrzeuge umgeleitet werden müssen, schilderte der Projektleiter der Montanuniversität Leoben, Robert Galler.

Fertigstellung bis 2018

Die geplante unterirdische Tunnelforschungsanlage auf rund 1.000 Metern Seehöhe im steirischen Erzberg soll - nach einer Investition von rund 30 Millionen Euro - in spätestens drei Jahren Abhilfe schaffen.

Insgesamt ist bis Ende 2018 der Ausbau von fünf ehemaligen Stollen vorgesehen, die dann Forschern, der Tunnelbauindustrie und verschiedensten Einsatzorganisationen günstige Forschungs- und Trainingsbedingungen bieten sollen. Das Land Steiermark, das Wissenschafts- und Infrastrukturministerium sowie die Montanuniversität Leoben haben sich bereits im Vorjahr auf die jeweilige Finanzierung geeinigt, wie Vizerektorin Martha Mühlburger ausführte.

Land schießt zwölf Millionen Euro zu

Der Spatenstich noch für den Herbst vorgesehen. Dann soll das Forschungszentrum in einer Reihe von Teilprojekten in Betrieb genommen werden. Das Interesse sowohl von der internationalen Forschung als auch von Unternehmen sei enorm, schilderte Galler: Es gehe u.a. um die Entwicklung neuer Lüftungskonzepte, um geothermische Fragestellungen bis hin zur Entwicklung von Steinschlagschutzsystemen.

Rund 50 Unternehmen hätten bereits angekündigt, in der Anlage forschen zu wollen. Die bisherigen Absichtserklärungen würden Mittel von rund drei Millionen Euro jährlich umfassen. Damit sei die Deckung der laufenden Kosten sichergestellt. Das Land Steiermark beteiligt sich mit zwölf Millionen Euro.

Erst vor wenigen Tagen habe man den Zuschlag für die Koordination eines mit drei Millionen Euro dotierten EU-Forschungsprojekts erhalten, das in Richtung unterirdischer Speicherung der Energie aus Solaranlagen gehe, sagte Galler. Wesentlicher Teil des ZaB werde zudem ein Schulungszentrum sein, in dem von Einsatzorganisationen Krisenszenarien wie Tunnelbrände unter realen Bedingungen trainiert werden können. (APA, 18.5.2015)

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