Parlamentseinbruch: Polizei hat Täter "knapp verpasst"

18. Mai 2015, 14:36
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Alarm wurde um zwei Uhr morgens ausgelöst – Einstieg übers Dach, Flucht übers Erdgeschoß, dazwischen Türen aufgebrochen und Schränke durchwühlt

Wien – Die Polizei hat die Einbrecher im Palais Epstein in der Nacht auf Sonntag nur "knapp verpasst", das berichtete Parlamentsdirektor Harald Dossi am Montag bei einer Pressekonferenz. Eingestiegen waren die vermutlich drei bis vier Personen über das Dach, die Flucht ergriffen sie dann durch ein Fenster im Erdgeschoß. Dazwischen wühlten sie sich vom Dachgeschoß bis zum ersten Stock durch Büros.

"In kurzer Frist eingetroffen"

Der Zugang gelang offenbar über ein Nebengebäude, so Dossi zu ersten Ermittlungsergebnissen. Der Alarm wurde gegen zwei Uhr morgens ausgelöst, ging an die Sicherheitszentrale, die wiederum habe gemäß Alarmplan die Polizei verständigt. Die Einsatzkräfte seien "in kurzer Frist eingetroffen" – aber doch zu spät. Man geht davon aus, dass sich die Täter doch deutlich mehr als zehn Minuten in der renommierten Nebenstelle des Parlaments aufhielten.

Dies nicht zuletzt, weil sie Zeit hatten, "beträchtlichen" Sachschaden anzurichten. Türen wurden beschädigt, Schränke aufgebrochen und durchwühlt, auch Arbeitsgeräte wie Computer nicht verschont. Vom Atelier der Parlamentssanierer über Klubräumlichkeiten von SPÖ und ÖVP sowie die Parlamentsdirektion selbst reichen die betroffenen Büros. Nur die Demokratiewerkstatt im Erdgeschoß blieb verschont. Einen endgültigen Überblick, ob etwas gestohlen wurde, werde man spätestens am Dienstag haben, hoffte Dossi.

Sicherheitsvorkehrungen werden evaluiert

Immerhin gibt es Außen-Videoaufnahmen der Verdächtigen, wenn auch angesichts der nächtlichen Stunde entsprechend finstere. Dieses Filmmaterial lasse die Polizei auf eine Täterzahl von drei bis vier Personen schließen, berichtete der Parlamentsdirektor. Die Einbrecher hätten "Kapuzen" getragen.

Ob die Sicherheitsvorkehrungen angesichts dieses Vorfalls wirklich ausreichend waren, werde man prüfen, kündigte Dossi an. Man müsse sich natürlich die Frage stellen, ob die bisherigen Maßnahmen das "Optimum" seien, räumte er ein. Daher soll es eine "Gesamtevaluation" gemeinsam mit der Polizei geben. (APA, 18.5.2015)

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