Vorarlberg: Deradikalisierung durch Vernetzung von Polizei und Sozialarbeit

18. Mai 2015, 18:42
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Die Regierungsplattformen zu Prävention und Deradikalisierung zogen eine erste Bilanz. Die Kooperation von Sozialarbeit und Polizei soll fortgesetzt werden

Bregenz – Eine eigene Beratungsstelle Extremismus wird es in Vorarlberg nicht geben. Vielmehr soll die Bekanntheit der bundesweiten Stelle mit ihrer Hotline im westlichsten Bundesland verbessert werden. Dies ist eines der Ergebnisse der Regierungsplattformen zu Deradikalisierung und Prävention.

In Vorarlberg lebt laut Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (VP) "eine Handvoll" Jihad-Rückkehrer. Vier davon konnten wieder in der Gesellschaft Fuß fassen, bekamen Lehrstellen. Einer sei für Beratung und Betreuung nicht zugänglich. Alle fünf stünden unter Beobachtung der Polizei. Polizeiintern wurde ein Gremium eingerichtet, dass sich mit der Thematik Radikalisierung beschäftigte, berichtete Schwärzler. Die Vernetzung von Polizei, Sozial- und Jugendarbeit soll in den beiden Arbeitsgruppen weitergeführt werden, zwei Treffen pro Jahr sind geplant.

Geld für Intervention

Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) will die Präventionsarbeit durch Information, begleitende Sofortmaßnahmen und Weiterbildungsmodule für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren verbessern. Für Interventionsmaßnahmen wird ein mit 25.000 Euro gefüllter Projekttopf zur Verfügung gestellt, verwaltet wird er vom Dachverband für Offene Jugendarbeit.

Die Kommunikation mit den muslimischen Communitys stecke noch in den Kinderschuhen, räumt Wiesflecker ein. Zu kommenden Veranstaltungen, Auftakt ist ein Vortrag mit Islamwissenschafterin Lamya Kaddor am 8. Juni im Landhaus, soll aber breit eingeladen werden. Verbessern will Wiesflecker auch die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. Hier erwarte sie sich aber mehr Geld vom Bund, sagt die Landesrätin. (Jutta Berger, 19.5.2015)

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