Verfahren gegen Hinteregger eingestellt

18. Mai 2015, 13:47
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Überraschendes Urteil des Strafsenats im Fall des gegen Altach ausgeschlossenen Salzburg-Verteidigers, der um eine Sperre herumkommt

Wien/Salzburg - Der Bundesliga-Strafsenat hat am Montag überraschend das Verfahren gegen Martin Hinteregger eingestellt. Der im Spiel gegen Altach ausgeschlossene Salzburg-Verteidiger kommt somit um eine Sperre herum. Eigentlich führen auch unberechtigte Rote Karten automatisch zu Sperren, weil Schiedsrichterentscheidungen als Tatsachenentscheidungen gelten.

Man sei im Rahmen der Verhandlung nach Prüfung des Sachverhaltes zu der Auffassung gelangt, dass es sich beim Ausschluss Hintereggers "um eine offensichtlich falsche Entscheidung handelt". Schiedsrichter Manuel Schüttengruber habe das in seinem Bericht auch bestätigt, hieß es in einer Aussendung.

Offensichtlich falsch

Die ungewöhnliche Maßnahme stützt sich auf Paragraf 18 in Verbindung mit Paragraf 5 der ÖFB-Rechtspflegeordnung, wonach "der zuständige Strafausschuss (im Falle der Bundesliga der Senat 1) die Möglichkeit hat, ausschließlich bei offensichtlich falschen Disziplinarentscheidungen des Schiedsrichters korrigierend oder ergänzend tätig" zu werden.

Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer sagte zur Entscheidung: "Die Einstellung des Verfahrens kam nur aus dem Grund in Frage, da sowohl Schiedsrichter Schüttengruber seine Fehlentscheidung im Bericht bestätigt hat, als auch die TV-Bilder dies ganz klar darlegten. Es handelte sich daher nicht nur um eine strittige Szene sondern zweifelsfrei um einen offensichtlichen Irrtum."

Einen vergleichbaren Fall habe es bereits in der Saison 2001/02 nach einem Ausschuss des Rapidlers Krzysztof Ratajczyk gegeben.

Erkenntnis reifte langsam

Direkt nach dem Ende der Partie in Altach (2:2) hatte Schüttengruber am Samstag auch nach mehrmaliger Betrachtung der TV-Bilder nicht von einer Fehlentscheidung sprechen wollen. Salzburg-Trainer Adi Hütter vermutet hinter dem Meinungsumschwung des Referees Druck von Schiedsrichter-Boss Robert Sedlacek.

Dieser hatte die Haltung seines Mannes in recht scharfen Worten kritisiert: "Das ist ein FIFA-Referee. Auf diesem Niveau und nach den eindeutigen TV-Bildern ist es unvorstellbar, so etwas nicht zu sehen. Wir weisen die Schiedsrichter ja auch darauf hin, dass sie öffentlich zu ihren Fehlern stehen sollen. Das hätte ich mir erwartet." (red - 18.5.2015)

  • Stimmungsumschwung in Wals-Siezenheim nach dem Bekanntwerden des Strafsenats-Urteils.
    foto: apa/epa/krugfoto

    Stimmungsumschwung in Wals-Siezenheim nach dem Bekanntwerden des Strafsenats-Urteils.

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