Flüchtlinge bleiben weiterhin in Zeltlagern

18. Mai 2015, 15:00
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Mehr als 1.800 Personen im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen

Wien - Vor wenigen Tagen aufgestellt, wurden auch am Montag Flüchtlinge in die Zeltstädte in Thalham, Linz und Salzburg überstellt. Bei den Antragszahlen werden Höchstwerte verzeichnet, bis alle Asylwerber wieder ein fixes Dach über den Kopf haben, sollen nun wöchentlich Krisengipfel im Innenministerium stattfinden.

Aktuell sind in Thalham 72, in Linz 53 und in Salzburg 36 Personen in Zelten untergebracht. In diese drei Standorte sollen im Lauf des Montags aus den Erstaufnahmezentren Traiskirchen und Thalham weitere Asylwerber gebracht werden, die genaue Zahl stand am frühen Montagnachmittag noch nicht fest.

Erdberg bleibt Ersatzquartier

Völlig überbelegt ist weiterhin die Erstaufnahmestelle Traiskirchen, dort befinden sich laut Ministerium aktuell über 1.800 Personen. Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) sah den "Tiefpunkt der österreichischen Asylpolitik erreicht", denn es gebe dort keine Betten mehr für Flüchtlinge. Babler forderte von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) daher, sofort Bundesquartiere in den Ländern zur Verfügung zu stellen.

Ein Ersatzquartier gibt es neben den Zeltstädten derzeit auch in Wien-Erdberg mit aktuell 152 Flüchtlingen. Das Innenministerium betonte, dass es sich hierbei lediglich um eine "Ersatzlösung" handelt, man habe "kein Interesse", dieses Quartier dauerhaft einzurichten.

Wöchentliche Gipfel angekündigt

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kündigte nach einem Krisengipfel am Freitag nun wöchentliche Treffen an. Jeden Donnerstag sind Vertreter der Bundesländer, des Gemeinde- und des Städtebundes und der NGOs geladen und zwar so lange, "bis Flüchtlinge vor Obdachlosigkeit geschützt sind und das letzte Zelt abgebaut ist", so Mikl-Leitner. Sie pochte auch auf eine europaweite Quote für die Unterbringung der Asylwerber.

Geprüft wurde unterdessen auch vom Verteidigungsressort, ob Flüchtlinge verstärkt an Kasernenstandorten untergebracht werden können. Es gilt dabei etwa die bauliche Eignung einer Liegenschaft zu prüfen, etwa ob einzelne Gebäude abgetrennt werden können. Ein Ergebnis wird im Verteidigungsministerium bis spätestens Mittwoch erwartet.

Noch unklar ist, wo in Österreich die im Rahmen des neuen Asylsystems geplanten "Verteilerzentren" entstehen, die eine Entlastung der Erstaufnahmezentren bringen sollen. Aus dem Innenministerium hieß es dazu, man sei "im Gespräch" und zeigte sich zuversichtlich, dass es die neuen Zentren mit Umsetzung des Fremdenrechtspakets im Sommer geben wird. (APA, 18.5.2015)

  • Flüchlinge im Zeltlager in Salzburg
    foto: apa/franz neumayr

    Flüchlinge im Zeltlager in Salzburg

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