Was der Tanzstil über den Chef verrät

19. Mai 2015, 15:07
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Ein neues Buch nimmt Tanzen als Analogie, um die Vorgesetzten einschätzen zu können. Das sind die sechs Typen

Ist ihr Chef leidenschaftlich, lethargisch oder souverän? Passt er das Tempo an oder folgt er seinem eigenen Rhythmus? Dass sich Präferenzen beim Tanzen und im Arbeitsalltag oft gar nicht so stark unterscheiden, schreibt Monika Deters in ihrem Buch "Dance with the Boss".
Manche ziehen die Sterne zu Rate, andere gehen nach der Physiognomie, Monika Deters bemüht eben Choreographien. Wie in der Disco müsse man sich auch im Büro auf den Stil des anderen einstellen – zunächst oft eine Herausforderung. "Es ist nicht besonders leicht, einen lockeren Salsa mit dem Boss zu tanzen, wenn Sie selbst den eleganten Slowfox bevorzugen oder umgekehrt." Letztendlich hätten Mitarbeiter aber Vorteile, wenn sie die Vorlieben des Chefs verstehen lernen. Auch wenn es um das tatsächliche Tanzen ja gar nicht geht.

Die sechs häufigsten Stile der Cheftänzer:

1. Leidenschaftlich und motiviert

foto: ap/andres kudacki
Salsa steht für Motivation.

Der Salsa hat seinen Ursprung in Nord- und Mittelamerika – und wurde dann in New York zu dem, was er heute ist: Ein sexy Hüften-Schwingen mit einem Maximum an Körperkontakt. Ist Ihr Chef ein Salsa-Typ, "empfindet er tiefe Leidenschaft für seine Arbeit", schreibt Deters. Er ist interessiert, beweglich in seinem Denken und besitzt viel Fingerspitzengefühl. Durch seine offene Art motiviert er das Team. Die Schattenseite: Seine Energie kann auf Dauer ganz schon anstrengend werden. Er setzt viel voraus und vergisst hin und wieder, dass nicht jeder auf das gleiche Tempo steht.

2. Kompetent, aber penibel

foto: courtesy irmhild maaß
Ein gefühlvoller Tanz: Der Slowfox.

Viel Gefühl für richtiges Timing und eine ruhige Körperhaltung sind beim Slowfox das A und O. Genauso souverän agiert der Slowfox-Chef: Er passt sein Tempo dem seiner Mitarbeiter an, weiß um seine Kompetenz. Letzteres bringt ihm mitunter auch den Ruf eines peniblen Perfektionisten ein. Trotzdem: Sein Team zollt ihm höchsten Respekt und arbeitet gerne für ihn.

3. Wie ein guter Kumpel

foto: wong maye-e
Ganz lässig ist der Discofox. Aber was sind die Folgen?

Er passt irgendwie auf jede Tanzfläche: Der Discofox. Entstanden ist der wilde Gesellschaftstanz in den 70er Jahren, als Discotänzer versuchten, Haltung und Improvisation in einem Stil zu vereinen. Mit dem Discofox-Chef zu tanzen ist ein Kinderspiel: Er ist unkompliziert, kreativ und bodenständig. Typischerweise lässt er seinen Mitarbeitern viel Freiheit, bevorzugt einen lockeren, ungezwungenen Umgang im Büro, ist mit allen per Du. Deshalb fällt es ihm auch manchmal schwer, Berufliches von Privatem zu trennen – was wiederum nicht immer ganz so lässig ist.

4. Einfach nur crazy

foto: stringer/el salvador
Beim Freestyle geht es lustig, aber auch ziemlich chaotisch zu.

Beim Freestyle gibt es keine Regeln. Erlaubt ist, was gefällt. Wenn der Chef Freestyle tanzt, gilt daher: Alle Frauen und Männer in Deckung! Denn dieser Chef-Typ ist unberechenbar, schwer einzuschätzen, trifft Entscheidungen unüberlegt und hält sich für einen "echten Macher". Sein Motto ist: Geht nicht, gibt's nicht. Mit diesem Führungsstil ist er unverwechselbar.

5. Die Diva unter den Chefs

foto: reuters/victor fraile
Mit manchen Chefs kann das Arbeiten zum Stier-Kampf ausarten.

Der Paso Doble ist die tänzerische Interpretation des Stierkampfes und bringt die klassischen Geschlechterrollen auf die Tanzfläche: Er repräsentiert den Torero, sie die Flamenco-Tänzerin. Der Paso Doble erfordert Körperspannung, Ausdrucksstärke und vor allem: viel Platz. Diesen Platz, im symbolischen Sinne, beansprucht auch der Paso-Doble-Chef. "Er ist Dramatik pur!", schreibt Deters. Seine Mitarbeiter fürchten ihn, denn er lebt sein Temperament voll aus. Seine leicht reizbare, beinahe aggressive Art kann schnell unangenehm werden.

6. Langweilig, eine "richtige Lusche"

foto: istock
Das "Boreout" ist beim Blues-Chef garantiert.

Wer zu Blues-Musik tanzen will, bewegt sich am besten langsam und nicht zu viel. Dieses ungeschriebene Gesetz hat auch der Cheftyp "Blues" verinnerlicht: Er übt keinen Druck auf sein Team aus, wirkt lethargisch, scheut Konflikte. Verantwortung ist nicht sein Ding. "Der Blues-Typ ist eine richtige Lusche", schreibt Deters. "Bei ihm besteht für die Mitarbeiter eher die Gefahr eines 'Boreouts' statt eines Burnouts." (Lisa Breit, 18.5.2015)

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