Neuer Wirkstoff gegen allergisches Asthma

18. Mai 2015, 12:13
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Laut einer Studie schwächten sich die Beschwerden von Asthmapatienten um bis zu 34 Prozent ab, wenn sie das Präparat SB010 verabreicht bekamen

Marburg – Asthma ist mit zirka 300 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Auch die Krankheitsfolgen sind oftmals sehr belastend. "Die Therapie schwerer Verlaufsformen des allergischen Asthmas ist zurzeit noch unbefriedigend", erklärt Harald Renz vom Institut für Laboratoriumsmedizin an der Philipps-Universität Marburg.

Die Arbeitsgruppe von Renz forscht seit mehreren Jahren an einer neuen Behandlungsoption: "Unser Wirkstoff SB010 ist das erste Beispiel einer völlig neuen Wirkstoffklasse, der DNAzyme", erläutert Renz. Darunter versteht man künstliche DNA-Moleküle, die enzymatisch aktiv sind.

DNAzyme wirken besonders zielgerichtet. "Das macht sie zu idealen Wirkstoffkandidaten für neue, hochwirksame und zugleich nebenwirkungsarme Medikamente", ist Renz überzeugt.

Randomisierte Doppelblindstudie

SB010 hemmt ein Protein, das eine Entzündung auslöst und damit für die typischen Asthmasymptome verantwortlich ist. In einer Phase II Studie wurde die Wirksamkeit des neuen Therapeutikums am Menschen geprüft.

Die Untersuchung wurde als randomisierte Doppelblindstudie an sieben deutschen Zentren unter der wissenschaftlichen Leitung von Norbert Krug, Ärztlicher Direktor am Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM) in Hannover, durchgeführt.

50 Prozent der Asthmatiker haben allergisches Asthma

Das Ergebnis: Eine 28-tägige Behandlung mit SB010-Inhalationen führte zu einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion, die Beschwerden von Asthmapatienten schwächten sich um bis zu 34 Prozent ab. Das Präparat erwies sich außerdem als sicher und gut verträglich.

"Nach neuesten Forschungsergebnissen ist davon auszugehen, dass etwa 50 Prozent aller Asthmatiker unter allergischem Asthma leiden", betont Studienleiter Krug. Weitere klinische Untersuchungen zu SB010 mit größeren Patientengruppen sollen folgen. (red, 18.5.2015)

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