Gala Winter bekommt Alfred-Kerr-Darstellerpreis

18. Mai 2015, 08:14
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Gleich zwei Preise des 52. Theatertreffens gehen nach Hamburg

Berlin - Die Schauspielerin Gala Winter ist zum Abschluss des 52. Berliner Theatertreffens mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis ausgezeichnet worden. Die 24-Jährige vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg wurde vom diesjährigen Kerr-Preis-Juror, dem Schauspieler Samuel Finzi, aus dem Kreis der zum Festival eingeladenen Künstler ausgewählt.

Der Kerr-Preis für die beste Leistung eines jungen Schauspielers ist mit 5.000 Euro dotiert. Winter wurde mit der begehrten Auszeichnung für ihre Rolle der "Frida Foldal" in Karin Henkels Ibsen-Inszenierung "John Gabriel Borkman" geehrt. "Gala Winter konnte mir etwas erzählen - über einen Menschen und eine Situation", begründete Finzi seine Wahl. "Und dazu brauchte sie nicht viel. Ihr hilflos-aufdringlicher Blick, die kaputten sparsamen Bewegungen, die Stimme bei ihrem unglaublich schönen brüchigen Gesang am Ende der Aufführung. Sie zeichnete ihre Figur mit ein paar Strichen und überließ sie mir, dem Zuschauer", so der Schauspieler. "Was für eine Persönlichkeit!"

3sat-Preis an Lina Beckmann

Zuvor war bereits eine andere Schauspielerin aus der Hamburger Ibsen-Inszenierung mit einem Theatertreffen-Preis ausgezeichnet worden: Die 34-jährige Lina Beckmann nahm für ihre Darstellung der Ella den mit 10.000 Euro dotierten 3sat-Preis für eine besonders innovative Leistung entgegen.

Die in Hessen geborene Winter studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Seit der Spielzeit 2014/15 gehört sie zum Ensemble des Hamburger Schauspielhauses. Dort ist sie derzeit auch in "Ich, das Ungeziefer" (Regie Viktor Bodó) und "Ab jetzt" (Regie Karin Beier) zu sehen.

Beim 52. Theatertreffen wurden zweieinhalb Wochen lang die "bemerkenswertesten" Inszenierungen der Saison gezeigt, darunter zwei Inszenierungen des Wiener Burgtheaters: Dusan David Parizeks Uraufführung von Wolfram Lotz' "Die lächerliche Finsternis" und die Uraufführung von Ewald Palmetshofers "die unverheiratete" durch Robert Borgmann (beides im Akademietheater). Zum Abschluss stand am Sonntagabend Frank Castorfs Brecht-Inszenierung "Baal" vom Residenztheater München auf dem Programm. Die Inszenierung sollte in Berlin ein allerletztes Mal gezeigt werden. Weitere Aufführungen hat die Brecht-Erbin wegen des ihrer Ansicht nach zu massiven Eingriffs in den Originaltext gerichtlich stoppen lassen. (APA, 18.5.2015)

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