OMV: Umsatz und Gewinn brechen ein

18. Mai 2015, 08:12
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Umsatz brach um 41 Prozent ein, Ölpreis-Verfall ließ Umsatzerlöse auf 5,8 Milliarden Euro fallen

Wien – Der börsennotierte Öl- und Gaskonzern OMV hat im 1. Quartal 2015 wie erwartet einen deutlichen Einbruch beim Umsatz und beim Gewinn hinnehmen müssen. Die Umsatzerlöse gingen um 41 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zurück, das Betriebsergebnis (Ebit) schrumpfte um zwei Drittel auf 228 Millionen Euro zusammen und der Periodenüberschuss halbierte sich auf 221 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte.

Vor allem der im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um die Hälfte gesunkene Ölpreis macht der OMV zu schaffen. Die Produktion war mit 303.000 boe/d (Barrel Öl-Äquivalent/Tag) um 3 Prozent geringer als im ersten Quartal 2014.

Kosten und Investitionen senken

Für das laufende Geschäftsjahr stellt sich die OMV darauf ein, dass sich der Brent-Rohölpreis zwischen 50 und 60 Dollar und damit weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen wird. Mit dem Programm "Fit4Fifty" will man vor allem Kosten und Investitionen senken – rund 2,7 Milliarden Euro will die OMV heuer investieren, davon 80 Prozent in Exploration und Förderung.

Mittelfristig will die OMV bis 2017 jährlich 2,5 bis 3,0 Milliarden Euro investieren. Im ersten Quartal des laufenden Jahres waren es 707 Millionen Euro, um 2 Prozent weniger als im ersten Quartal des Vorjahres.

Weil die Sicherheitslage in Libyen und im Jemen weiterhin kritisch bleiben dürfte, geht man davon aus, dass die Gesamtproduktion ohne den Beitrag dieser beiden Länder heuer bei durchschnittlich 300.000 boe/d liegen wird – 2014 waren es 309.000 boe/d. In Rumänien und Österreich werde die Produktion voraussichtlich am unteren Ende des Zielbereichs von 200.000 bis 210.000 boe/d liegen.

Profitiert hat die OMV im ersten Quartal dieses Jahres vom günstigen Euro-Dollar-Wechselkurs, weil dadurch die Produktionskosten (abzüglich Lizenzgebühren) um 13 Prozent niedriger waren als zu Beginn des Vorjahres. Die Lizenzgebühren der OMV Petrom in Rumänien waren durch den günstigen Wechselkurs um 16 Prozent niedriger. Die gesamten Explorationsausgaben waren mit 151 Millionen Euro um fast zwei Drittel höher als vor einem Jahr – das zusätzliche Geld floss vor allem in die Exploration des "Neptun Block" im rumänischen Schwarzen Meer. Das Betriebsergebnis des Upstream-Bereichs ist im Vergleich zum ersten Quartal 2014 von 601 Millionen auf 29 Millionen Euro zusammengeschmolzen.

Verbesserter Auslastungsgrad

Auf 217 Millionen Euro mehr als verdoppelt wurde hingegen das Ebit im Downstream-Bereich, in dem nun die Geschäftsbereiche Gas & Power sowie Raffinerien zusammenschlossen sind. Davon stammten 154 Millionen Euro aus dem Ölgeschäft und 63 Millionen Euro betrug das Ebit von Downstream Gas. Die Raffineriekapazität hat sich nach der Modernisierung der Raffinerie Petrobrazi von 17,4 auf 17,8 Millionen Tonnen erhöht, der Auslastungsgrad wurde im Jahresabstand von 89 auf 92 Prozent verbessert.

Der Beitrag des Kunststoff-, Chemie- und Düngemittelherstellers Borealis, an dem die OMV beteiligt ist, stieg um 13 Millionen auf 50 Millionen Euro, die im Finanzerfolg des OMV-Konzerns ausgewiesen sind.

Das CCS Ebit (um Lagereffekte bereinigt) vor Sondereffekten halbierte sich auf 333 Millionen Euro. Der den Aktionären zuzurechnende CCS Periodenüberschuss ging um ein Fünftel auf 237 Millionen Euro zurück. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit ging im ersten Jahresviertel um 55 Prozent auf 406 Millionen Euro zurück.

Die Nettoverschuldung erhöhte sich auf 5,5 Milliarden Euro (Ende 2014: 4,9 Milliarden Euro). Der Verschuldungsgrad (Gearing Ratio) betrug Ende März 35 Prozent. Der Personalabbau geht weiter, der Konzern beschäftigt nun 25.287 Leute, um 6 Prozent weniger als vor einem Jahr. (APA, 18.5.2015)

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