Hasenhüttl führt Ingolstadt in die deutsche Bundesliga

17. Mai 2015, 17:43
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Mit 2:1 gegen Leipzig macht das Team des österreichischen Trainers größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt

Ingolstadt – Der FC Ingolstadt steigt erstmals in die deutsche Bundesliga auf. Der Tabellenführer machte den Sprung in die Erstklassigkeit am Sonntag durch ein 2:1 (1:1) gegen RB Leipzig perfekt. Ein Spiel vor Saisonende ist der FCI (63 Punkte) nicht mehr von einem der ersten beiden Tabellenplätze zu verdrängen. (Vom ersten übrigens auch nicht, Meister ist man also auch noch.)

Das zweitplatzierte Darmstadt konnte es dem Team von Trainer Ralph Hasenhüttl nicht gleichtun und muss nach einem 0:1 in Fürth noch zittern. Einen Punkt liegt der Aufsteiger (56) vor Karlsruhe (2:0 in Braunschweig) und Kaiserslautern (0:0 in Aue). Der VfR Aalen steht nach einem 2:4 (1:2) gegen den 1. FC Heidenheim als erster Absteiger fest.

Bevor in Ingolstadt vor 15.000 Zuschauern im Audi-Sportpark der größte Erfolg der Vereins-Geschichte feststand, wurde der Tabellenführer aber erst einmal kalt erwischt. Dominik Kaiser (4.) nutzte eine defensive Unachtsamkeit zur Führung für Leipzig.

Das Szenario, am letzten Spieltag in ein entscheidendes Duell in Kaiserslautern gehen zu müssen, zog die Nerven offenbar ziemlich in Mitleidenschaft. Ingolstadt brauchte jedenfalls eine Weile, um den Rückstand zu verarbeiten, schaffte aber durch einen von Mathew Leckie (45.+1) verwandelten Foulelfmeter den Ausgleich. Stefan Lex (76.) machte dann Sieg und Aufstieg perfekt.

Audi-Power

Vor einer Woche in Bochum hatte Hasenhüttls Elf die erste Gelegenheit zur Krönung der Saison noch ausgelassen, doch vor eigener Kulisse sollte nichts mehr dem Zufall überlassen werden. "Es gibt kaum einen schöneren Moment, als den Aufstieg in einem Heimspiel vor ausverkauftem Haus zu realisieren. Das sind die Spiele, auf die man hinlechzt", hatte der österreichische Coach gesagt. Mitgelechzt hatten ÖFB-Teamstürmer Lukas Hinterseer und Tormann Ramazan Özcan.

Der FC Ingolstadt, erst vor elf Jahren durch eine Fusion entstanden, mit seinem kleinen Stadion, aber dem großen Geld des Audi-Konzerns im Rücken, er ist der 54. Klub in der Bundesliga-Geschichte. "Wir sind alle unsagbar stolz. Ich hätte nie geglaubt, dass das passieren könnte", sagte der gebürtige Grazer Hasenhüttl. Sportdirektor Thomas Linke assistierte: "Sensationell." Immerhin schon seit der achten Runde liegt Ingolstadt ununterbrochen an der Tabellenspitze. Hasenhüttl hatte die Mannschaft im Herbst 2013 in Abstiegsgefahr übernommen und danach zum Spitzenteam geformt.

Wichtige Erfolge für St. Pauli und 1860

Am anderen Ende der Tabelle gelang dem FC St. Pauli zwei Tage nach seinem 105. Geburtstag ein großer Schritt zum Klassenerhalt. Die Mannschaft von Trainer-Routinier Ewald Lienen schlug den VfL Bochum nach einer Energieleistung mit 5:1 (2:1) und verbesserte sich in der Tabelle auf Rang 14. St. Pauli ist nun seit fünf Heimspielen unbesiegt, das Ehrentor der enttäuschenden Gäste erzielte Michael Gregoritsch bereits in der 4. Minute. In der letzten Runde muss Pauli kommendes Wochenende in Darmstadt bestehen. Auch 1860 München konnte mit einem 2:1 (0:1) vor 68.500 Zuschauern gegen den 1. FC Nürnberg seine Ausgangsposition im Abstiegskampf verbessern.

Erwin Hoffer und Michael Liendl schossen den zuletzt in heftigere Turbulenzen geschlitterten Mittelständler Düsseldorfer zu einem 2:0-Sieg über Sandhausen. Hoffer traf zum 1:0 (18.), Liendl besorgte in der Nachspielzeit den Endstand (92.). (red/sid, 17.5.2015)

  • Ralph Hasenhüttl, Vater des Erfolgs, beim Jubelsturm.
    foto: reuters/rehle

    Ralph Hasenhüttl, Vater des Erfolgs, beim Jubelsturm.

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