Ein Schiff wird kommen

Einserkastl17. Mai 2015, 16:59
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Es geht ums Überleben

Wer die gefährliche Reise über das Mittelmeer in Kauf nimmt, der ist verzweifelt. Dessen Leben verläuft in solch furchtbaren Konstellationen, dass die ungewisse Fahrt in Booten, die auseinanderzubrechen drohen, trotz aller davor untergegangenen Schiffe nicht unsicherer erscheint.

Wer Menschen, die so verzweifelt sind, dass ihnen das Ertrinken ein ebenso großes Risiko ist wie das Verbleiben in ihrem Land, zu "Wirtschaftsflüchtlingen" abstempelt, hat nicht begriffen, worum es geht: ums Überleben. Nicht um neue Fernseher oder bessere Verdienstmöglichkeiten. Wer da einschifft, hat zumeist Terror, Hunger und Krieg erlebt und hofft auf ein besseres Leben für sich und seine Kinder.

Viele werden das Ufer nie erreichen. Wir gewöhnen uns an Bilder von Leichensäcken und toten Kleinkindern im Sand der Mittelmeerstrände. Viele dieser Todesfälle ließen sich verhindern. Das italienische Programm Mare Nostrum beweist das. Man darf dezent an den Friedensnobelpreis erinnern, der an die EU verliehen wurde. Jene Solidarität mit Überlebenden, die beispielsweise in Sizilien herrscht, sollte ganz Europa beschämen. Obwohl Sizilien nicht gerade wohlhabend ist, retten, teilen und helfen die Menschen dort. Was man hier tun kann? Man kann spenden. Man kann auch unterzeichnen.

gegen-unrecht.at hebt gemeinsam die Stimme gegen die momentanen Zustände. Jede einzelne davon ist viel wert. (Julya Rabinowich, 18.5.2015)

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    foto: reuters/antonio parrinello
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