Frankreich verschärft Grenzkontrollen zu Italien

17. Mai 2015, 13:51
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Hunderte von Migranten versuchen über Grenzübergang in Ventimiglia nach Frankreich zu reisen

Rom - Die Flüchtlingsproblematik in Italien ruft nun auch die französischen Behörden auf den Plan. Paris hat die Kontrollen am italienisch-französischen Grenzübergang Ventimiglia verschärft, um die Einreise von Asylsuchenden nach Frankreich zu verhindern. Hunderte Migranten würden wöchentlich versuchen, über Ventimiglia nach Frankreich zu gelangen.

Die meisten Flüchtlinge versuchen, die Polizeikontrollen in Ventimiglia zu umgehen und mit dem Zug Frankreich zu erreichen, berichteten Medien in Italien. Allein in den letzten fünf Tagen seien 944 Flüchtlinge aufgehalten worden, die Nizza erreichen wollten. Der Präfekt von Nizza, Adolphe Colrat, gab zu, dass der Migrantenstrom stark zugenommen habe.

Zu Fuß über Grenze

In der französischen Ortschaft Menton wurden seit Jahresbeginn zahlreiche Migranten angehalten und abgeschoben. Grundlage ist die sogenannte Dublin II-Verordnung, die vorsieht, dass jenes Land für die Asylanträge zuständig ist, in dem die Migranten als erstes europäischen Boden betreten.

Oft versuchen die Migranten auch zu Fuß die Grenze zu überqueren. Dutzende Afrikaner übernachten auf dem Strand oder auf dem Bahnhof Ventimiglias in der Hoffnung, jemanden zu finden, der sie mit dem Auto nach Frankreich mitnimmt, schrieb die Zeitung. Dafür seien sie bereit, über 200 Euro zu zahlen. Die ligurischen Behörden riefen die Regierung Renzi auf, Druck auf Frankreich auszuüben. "Die Franzosen können nicht so tun, als wären sie von der Flüchtlingsfrage nicht betroffen", sagten lokale Politiker. (APA, 17.5.2015)

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