Drei Tote bei Selbstmordanschlag in Kabul

17. Mai 2015, 19:56
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Ein Attentäter rammt mit seinem Auto ein Fahrzeug der EU-Polizei, Taliban bekennen sich zu dem Anschlag

Kabul - Bei einem Talibananschlag auf einen Fahrzeugkonvoi von Ausländern in Kabul sind am Sonntag drei Menschen getötet worden, darunter ein Mitarbeiter der EU-Polizeimission EUPOL. Mindestens 18 weitere Menschen wurden bei dem Attentat in der afghanischen Hauptstadt verletzt. Die Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Laut Polizei sprengte sich ein Selbstmordattentäter im morgendlichen Berufsverkehr in der Nähe des Kabuler Flughafens neben dem ausländischen Konvoi mit seinem Wagen in die Luft. Die Polizei sprach von zwei getöteten jugendlichen Mädchen, bei denen es sich offenbar um Passantinnen handelte. Auch unter den Verletzten befänden sich mindestens drei Kinder.

Brite getötet

Ein EUPOL-Sprecher sagte, auch ein ausländischer Mitarbeiter der EU-Polizeimission sei unter den Todesopfern. Nach Angaben des britischen Außenministeriums handelte es sich dabei um einen Briten. Großbritanniens Außenminister Philip Hammond verurteilte die "feigen Taten" der Taliban. Laut EUPOL wurden zudem drei Mitarbeiter - darunter ein Deutscher - der Polizeimission leicht verletzt.

Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban. Erst in der Nacht auf Donnerstag waren bei einer von den Taliban verübten Geiselnahme in einer Herberge in Kabul 14 Menschen getötet worden, darunter sieben Ausländer. Am Freitag hatten die Taliban Anschläge auf Ausländer gerechtfertigt und erklärt, diese seien Menschen aus "einmarschierenden Ländern" und zählten nicht als Zivilisten.

Die EUPOL unterstützt den Aufbau der afghanischen Polizei seit 2007. Der von 23 EU-Staaten getragenen Mission gehören mehr als 200 internationale und rund 180 einheimische Mitarbeiter an. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte nach dem Anschlag vom Sonntag, die EU werde die afghanischen Behörden auch weiterhin unterstützen, um die Sicherheit im Land zu gewährleisten. "Der Weg zu Frieden und Stabilität ist lang. Es bedarf großer Hilfe für die afghanische Führung und der nötigen Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft", erklärte Mogherini.

Die afghanischen Sicherheitskräfte haben seit dem Abzug der NATO-geführten Kampftruppen zum Jahreswechsel die alleinige Sicherheitsverantwortung im Land. Die NATO unterstützt sie aber weiter mit etwa 12.000 Soldaten, die vor allem ausbilden und beraten. Am Mittwoch kündigte die NATO an, auch nach dem im kommenden Jahr auslaufenden Einsatz weiter in Afghanistan zu bleiben. (APA, 17.5.2015)

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