Malaysias Außenminister berät mit Nachbarn über Flüchtlingskrise

17. Mai 2015, 10:06
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Australiens Premier zeigt Verständnis für Abweisung von Booten

Kuala Lumpur - Angesichts der Flüchtlingskrise im Golf von Bengalen will sich der malaysische Außenminister Anifah Aman mit seinen Kollegen aus den Nachbarstaaten Bangladesch, Indonesien und Thailand beraten. Bereits für Sonntag kündigte er laut der amtlichen Nachrichtenagentur Bernama ein Treffen mit dem bangladeschischen Außenamtschef Abul Hassan Mahmood Ali an.

Am Montag soll laut Regierungskreisen eine Unterredung mit der indonesischen Außenministerin Retno Marsudi, voraussichtlich am Mittwoch dann ein Gespräch mit dem thailändischen Kollegen Tanasak Patimapragorn folgen. Sämtliche Treffen sollen in Malaysia stattfinden.

Flüchtlingskrise im Golf von Bengalen

Der Golf von Bengalen wird derzeit von einer immensen Flüchtlingskrise beherrscht. Vor allem Angehörige der Rohingya-Minderheit aus Myanmar und Flüchtlinge aus Bangladesch versuchen, über das Meer Malaysia, Indonesien oder Thailand zu erreichen.

Menschenrechtsaktivisten zufolge sind derzeit tausende Bootsflüchtlinge in der Region unterwegs. Die malaysischen, indonesischen und thailändischen Behörden schickten zuletzt aber wiederholt Flüchtlingsboote zurück aufs Meer.

Australischer Premier zeigt Verständnis

Für diese Praxis zeigte am Sonntag der australische Premierminister Tony Abbott Verständnis. Auch sein Land zwinge Boote zur Umkehr, "wo dies nötig ist", sagte er. Um Schleppern das Handwerk zu legen, könne dies auch für andere Staaten der richtige Weg sein.

Australien fängt Flüchtlingsboote bereits seit langem auf See ab und zwingt sie zur Umkehr. Abgefangene Flüchtlinge werden grundsätzlich in zwei Aufnahmelager in den pazifischen Inselstaaten Nauru und Papua-Neuguinea gebracht.

Selbst wenn Asylanträge anerkannt werden, müssen die Flüchtlinge in der Regel dort bleiben und dürfen nicht nach Australien kommen. Menschenrechtsgruppen kritisieren seit langem unhaltbare Zustände in den Aufnahmelagern.

Am Samstag hatte Malaysias Regierungschef Najib Razak Myanmar zum raschen Handeln aufgefordert. Sein Land bemühe sich um eine "positive Reaktion" aus Myanmar und wolle "etwas tun, bevor es noch schlimmer wird", sagte der Ministerpräsident am Samstag.

Die US-Regierung rief die südostasiatischen Staaten auf, sich für die Rettung der Migranten einzusetzen und ihnen Schutz zu gewähren. (APA, 17.5.2015)

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