Boko Haram missbrauchte Mädchen als Selbstmordattentäterin

16. Mai 2015, 19:14
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Zahlreiche Tote in Nigeria - Boko Haram eroberte Stadt im Nordosten des Landes zurück

Maiduguri - Bei einem Bombenanschlag im Nordosten Nigerias sind zahlreiche Menschen getötet worden. Sprengstoff, den ein Mädchen im Alter von höchstens 13 Jahren unter ihrem muslimischen Gewand versteckte, explodierte am Samstag auf einem Markt in der Stadt Damaturu im Bundesstaat Yobe, teilten Polizei und Augenzeugen mit. Laut Rettungskräften kamen dabei mindestens sieben Menschen ums Leben.

"Ich sah, wie zehn Körper weggerissen wurden", sagte ein Augenzeuge. Ein weiterer Zeuge berichtete von mindestens 27 Menschen, die zum Teil lebensgefährlich verletzt worden seien. Offizielle Opferzahlen gab es zunächst nicht.

Wegen Alters nicht kontrolliert

Wegen ihres Alters sei das Mädchen am Zugang zum Markt in Damaturu anscheinend nicht kontrolliert worden. "Sie war so ein kleines Mädchen, von der niemand gedacht hätte, dass sie für so einen heimtückischen Akt benutzt würde", sagte Lawan Biu, ein Bewohner der Stadt, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Zu dem Anschlag am Samstag bekannte sich zunächst niemand. Laut Experten werden jedoch viele Mädchen und Frauen gegen ihren Willen von der islamistischen Rebellengruppe Boko Haram zu Attentäterinnen rekrutiert und die Bomben an ihrem Körper meist per Fernbedienung gezündet.

Am Freitagabend hatte der stellvertretende Gouverneur des Bundesstaates Bornos, Zannah Umar Mustapha, unterdessen mitgeteilt, dass Boko Haram die Stadt Marte im äußerten Nordosten nahe der Grenze zu Kamerun in seine Gewalt gebracht habe. "Das ist ein schwerer Rückschlag", fügte er hinzu.

Anfang der Woche hatte Boko Haram bei zwei Überfällen in der Nähe von Maiduguri, der Hauptstadt Bornos, 79 Zivilisten und drei Soldaten getötet. Die Gruppe will in der Region einen sogenannten Gottesstaat errichten und soll seit 2009 mehr als 14.000 Menschen getötet haben. Zuletzt wurden die Extremisten vom Militär und einer multinationalen Truppe immer weiter zurückgedrängt. (APA, 16.5.2015)

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