Rückgang bei Kreditnachfrage in Österreich

18. Mai 2015, 15:13
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Unternehmen haben 2014 weniger Kredite für den Export nachgefragt. Kapitalmärkte werden für Finanzierung wichtiger

Wien - In Österreich wenden sich Unternehmen vorwiegend nach wie vor an die Bank ihres Vertrauens, wenn es um die Finanzierung ihrer Geschäfte geht. Je nach Branche entfallen hier zwischen 60 und 80 Prozent auf die Bankfinanzierung. Für Kontinental-Europa ein nicht so untypisches Bild. Im angelsächsischen Raum setzen Firmen bei der Beschaffung von Mitteln hingegen stärker auf den Kapitalmarkt, also zum Beispiel auf die Vergabe von Anleihen oder Aktien.

Eine schwächelnde Wirtschaft, Ungewissheiten im Bankensektor und neue Dynamiken am Kapitalmarkt scheinen die Kreditfinanzierung nun aber auch hierzulande zurückzutreiben, so Angelika Sommer-Hemetsberger von der Oesterreichischen Kontrollbank. Vor allem die stark ausgeprägte Landschaft von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) hat bis dato die Finanzierung über den Bankensektor bevorzugt, wird doch bei der Aufnahme von Mitteln über den Kapitalmarkt schnell eine umfangreiche Finanzberichterstattung notwendig. Diese zu vereinfachen und somit investorenfreundlicher zu machen wäre ein wichtiger Schritt, um Aufwand und Nutzen bei der Aufnahme von Mitteln über den Kapitalmarkt in eine erträgliche Situation zu bringen, so Sommer-Hemetsberger weiter.

Der Rückgang bei der Bankenfinanzierung geht auch aus der Jahresbilanz der Kontrollbank hervor. 2014 ging das Exportfinanzierungsverfahren der Kontrollbank um 2,4 Milliarden Euro zurück, da die Nachfrage von Unternehmensseite fehlte. Prinzipiell zeigt sich Sommer-Hemetsberger mit dem Ergebnis von 2014 aber sehr zufrieden, hat sich das Jahr doch besser entwickelt als erwartet. Die Gelder im Exportfonds blieben gegenüber 2013 nahezu unverändert und die Oesterreichische Entwicklungsbank, eine 100 prozentige Tochter der Kontrollbank, konnte ihr Projektvolumen von 625 auf 807 Millionen Euro ausweiten. (ama, 18.5.2015)

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