BND soll 25.000 umstrittene NSA-Suchbegriffe verwendet haben

15. Mai 2015, 13:53
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Deutsche Abgeordnete fordern weiterhin Einblick in Selektorenliste

Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) soll weitaus großflächiger als bisher bekannt gegen deutsche und europäische Interessen verstoßen haben: Mehr als 25.000 Suchbegriffe, die sich im Nachhinein als kritisch herausstellten, seien aktiv vom BND beim Ausspähen von Telefon- und Internetverkehr verwendet worden. Bei einer Überprüfung im August 2013 seien zuerst 12.000 solcher Selektoren identifiziert worden, in einer weiteren Suche hatte sich deren Anzahl laut Spiegel auf insgesamt 25.000 erhöht.

Im Auftrag der NSA

Bei Selektoren handelt es sich etwa um Telefonnummern oder E-Mail-Adressen von Verdächtigen. Die NSA hatte diese an den BND übermittelt. Insgesamt soll es mehrere Millionen solcher "Telekomerkennungsmerkmale" geben. Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass auch Österreicher durch den BND ausgespäht worden waren. Der grüne Abgeordneter Peter Pilz hat als Beleg dafür ein vertrauliches E-Mail von einem Telekom-Mitarbeiter an den BND präsentiert.

Druck erhöht

Deutsche Abgeordnete fordern weiterhin, Einblick in die Selektorenliste des BND zu erhalten. Doch dagegen sträubt sich die US-Regierung. Nun ist die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zusehends in Bedrängnis. Auch über die Frage, wann die deutsche Regierung über die Ausspähung illegitimer Ziele informiert worden war, herrscht nach wie vor Unklarheit. (fsc, 15.5.2015)

  • Im bayrischen Bad Aibling sitzt der Verbindungsstab NSA/BND
    foto: apa/dpa/kneffel

    Im bayrischen Bad Aibling sitzt der Verbindungsstab NSA/BND

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