Milliardärin Baturina beklagt Tiroler Bürokratie

15. Mai 2015, 13:35
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Die russische Milliardärin klagt über Hürden für Investoren, die Ausländer abschrecken würden und vermisst Transparenz

Mailand - Die russische Milliardärin Jelena Baturina, die in Kitzbühel 2009 das Hotel "Grand Tirolia" errichtet hat, kann sich mit der Tiroler Bürokratie nicht anfreunden. Sie klagt über Hürden für Investoren, die vor allem Ausländer abschrecken würden. Die Wahl-Kitzbühlerin spricht vor allem über "fehlende Transparenz" bei dem Grundstückerwerb.

"Seit fünf Jahren bemühen wir uns um eine Ausdehnung unseres Hotels, doch es kommt wenig voran. Die Prozeduren, um die Genehmigungen zu erhalten, sind kompliziert und langwierig. Das ist schade für Tirol, denn damit schreckt man Investoren ab, die Arbeitsplätze schaffen und in Österreich Steuern zahlen", meinte die Frau des ehemaligen Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow im Gespräch mit der APA bei einem Event in Mailand am Rande der Expo.

Mitte November 2012 war die Geschäftsfrau beim Verwaltungsgerichtshof (VwGH) mit einer Beschwerde gegen einen Bescheid des Unabhängigen Verwaltungssenats (UVS) rund um einen beabsichtigten Hauskauf in Aurach bei Kitzbühel abgeblitzt.

Auf den Lorbeeren ausruhen

"Wir haben Kitzbühel gewählt und dort das Grand Tirolia in der Erwartung gekauft, dass sich die Investition rentieren würde. Leider stellten sich uns viele Hürden entgegen. Ich respektiere die lokalen Gesetze, ich denke aber, dass Tirol nicht genug motiviert ist, Investoren anzuziehen. Das Land muss den Mut finden, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Es ist eine gefährliche Position, wenn man sich auf seinen Lorbeeren ausruht und denkt, es geht mir gut, ich muss mich nicht weiterentwickeln", betonte Baturina.

Die Milliardärin richtete einen Appell an die Tiroler Institutionen. "Wir wollen in Tirol wachsen und uns entwickeln. Wir sind bereit, hier zu arbeiten und neue Arbeitsplätze zu schaffen, man muss uns jedoch dazu in die richtige Lage versetzen", betonte die 52-jährige Baturina.

Das Fünf-Sterne-Hotel Grand Tirolia, das sich inmitten des Golfplatzes Eichenheim befindet, steht über die Beneco Privatstiftung mit Sitz am Wiener Kärntner Ring im Besitz Baturinas. Sie nennt daneben auch ein Anwesen in Aurach ihr eigen. Die letzte Wintersaison sei gut verlaufen, sagte die Unternehmerin. Ein Plus von 20 Prozent sei bei der Zahl der Besucher in ihrem Hotel gemeldet worden. Allerdings sei der Rückgang russischer Touristen schmerzhaft zu spüren. "Es ist notwendig, die politische Lage zu ändern, um mehr Touristen aus Russland zu gewinnen", meinte die Unternehmerin. (APA, 15.5.2015)

  • Frau Baturina spielt hier (im Jahr 2008) schwungvoll Golf. Bei den Tiroler Behörden geht der Milliardärin der Schwung etwas ab, wie sie zu Protokoll gibt.
    foto: reuters/karpukhin

    Frau Baturina spielt hier (im Jahr 2008) schwungvoll Golf. Bei den Tiroler Behörden geht der Milliardärin der Schwung etwas ab, wie sie zu Protokoll gibt.

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