Holzfirma Schweighofer schließt Rückzug aus Rumänien nicht aus

15. Mai 2015, 12:42
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Ringen um Forstgesetz: Unternehmen droht Rumänien mit Stellenabbau

Wien/Bukarest – Wegen eines umstrittenen Forstgesetzes in Rumänien droht die österreichische Firma Holzindustrie Schweighofer der dortigen Regierung seit dem Herbst mit einem Rückzug. Bis zu 3.000 Arbeitsplätze wären damit in Gefahr. Eine Sprecherin bekräftigte am Freitag, dass "die Auswirkungen des Gesetzes nicht absehbar sind". Es könne natürlich sein, dass Stellen abgebaut würden.

Schweighofer hat in Rumänien derzeit 2.670 Mitarbeiter, bis Ende des Jahres sollen es mehr als 3.000 sein. Das Unternehmen mit Firmenzentrale in Wien hatte im Herbst 2014 an Premier Victor Ponta geschrieben und mit Massenkündigungen gedroht.

Die Schweighofer-Sprecherin betonte nun, dass es in dem an die Öffentlichkeit gelangten Brief vorwiegend um die befürchtete Wettbewerbswidrigkeit des Forstgesetzes gegangen sei. Das Gesetz sieht in einem Artikel vor, dass ein Unternehmen nur mehr 30 Prozent einer Holzsorte verarbeiten darf. Schweighofer steht bei rund 27 Prozent, plant aber ein weiteres Sägewerk.

Video belastet Holzfirma

Schweighofer ist in Rumänien seit 2002 präsent, kauft das meiste Nadelholz auf und zahlt am besten dafür. Vor kurzem veröffentlichte die US-Umweltschutzorganisation EIA ein Video, das belegen soll, dass Schweighofer in Rumänien illegal geschlagenes Holz kauft. Aus Sicht von Schweighofer ist die Debatte in Rumänien jedoch aus den Fugen geraten. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

Neben einem Videostatement von Firmenchef Gerald Schweighofer wurde am 10. Mai auch ein offener Brief an den rumänischen Sicherheitsrat CSAT geschrieben. Darin heißt es: "Eine Realisierung dieses Artikels könnte uns veranlassen, Mitarbeiter zu entlassen." Im Brief an Ponta hieß es noch, das Gesetz könnte dazu führen, "alle Mitarbeiter zu entlassen".

400.000 Hektar Wald vernichtet

In Rumäniens Wäldern geht es zu wie in einem Krimi. Von den 6,6 Millionen Hektar Wald verschwinden nach Schätzung von Greenpeace stündlich drei Hektar. Seit der Wende vor 25 Jahren wurden es nach Angaben des rumänischen Rechnungshofs fast 400.000 Hektar weniger. Etwa die Hälfte des Bestands befindet sich in Privatbesitz, nachdem Flächen, die von den Kommunisten enteignet worden waren, an die früheren Besitzer oder deren Nachkommen zurückgegeben wurden. (APA, 15.5.2015)

  • Holzeinschlag für das Sägewerk Radauti des österreichischen Unternehmens Schweighofer Holzindustrie, das inzwischen für Kahlschläge und Raubbau an den Karpatenwäldern verantwortlich gemacht wird. Die Firma weist die Vorwürfe zurück.
    foto: imago/est&ost

    Holzeinschlag für das Sägewerk Radauti des österreichischen Unternehmens Schweighofer Holzindustrie, das inzwischen für Kahlschläge und Raubbau an den Karpatenwäldern verantwortlich gemacht wird. Die Firma weist die Vorwürfe zurück.

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