McDonald's serviert in Kalifornien Grünkohl und Spinat gegen Junkfood-Image

15. Mai 2015, 10:34
88 Postings

Grünkohl ist neues Trendgemüse in den USA – Test beschränkt sich auf wenige Filialen, für Österreich ist derzeit nichts geplant

Oak Brook (Illinois) – Der US-Burgerriese McDonald's geht gegen sein Junkfood-Image vor: Die weltgrößte Schnellrestaurant-Kette serviert ab sofort das Trendgemüse Grünkohl, zumindest probeweise. "Wir testen in neun Filialen in Südkalifornien zwei neue Frühstücksgerichte, und eines davon enthält Grünkohl und Spinat", sagte eine Sprecherin.

Test in wenigen US-Filialen

Für Österreich ist die Gemüse-Offensive derzeit nicht geplant. Es handle sich dabei lediglich um einen Test in wenigen Restaurants in Kalifornien, sagte McDonald's-Österreich-Sprecherin Ursula Riegler am Freitag. "Auch bei uns gibt es immer wieder Tests. Das hat keine Relevanz für den weltweiten Markt."

Gerüchte, der kriselnde Branchenführer könne auf den Zug aufspringen, gab es schon länger. Grünkohl boomt in den USA nicht nur bei Vegetariern, sondern auch allgemein bei fitness- und gesundheitsbewusster Kundschaft. Es wird teilweise als "Superfood" gefeiert. Mit Hausmannskost hat "Kale", wie das Gemüse auf Englisch heißt, aber wenig gemein: Es kommt in der Regel ungekocht in Salaten oder Shakes (Smoothies) zum Einsatz.

Unternehmen kämpft mit Umsatzschwund

McDonald's kämpft schon seit Monaten mit Umsatzschwund und Imageproblemen. Big Mac und Co sind auf dem US-Markt out., vor allem jüngere Kunden fliehen zur Konkurrenz. Der neue Chef Steve Easterbrook, der im März den glücklosen Don Thompson ersetzte, kündigte jüngst einen radikalen Wandel an, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Vor wenigen Monaten hatte sich McDonald's noch in seiner Werbung über den Grünkohl-Trend lustig gemacht.

Die überholte Speisekarte ist nur ein kleiner Teil eines großen Sanierungsplans, der den angeschlagenen Konzern aus der Krise bringen soll. McDonald's-Chef Easterbrook hatte sich erst kürzlich mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit gewandt und entschlossene Reformen angekündigt: "Ich werde nicht vor der dringenden Notwendigkeit zurückschrecken, dieses Geschäft neu auszurichten."

Lizenzgebühren werden ausgebaut

Easterbrook will die internationalen Sparten künftig nach Wachstumspotenzial aufteilen und bündeln. Zudem sollen deutlich mehr der insgesamt 36.200 Filialen an Franchisenehmer verkauft werden. Der Anteil der von Partnern geführten Restaurants soll in den nächsten vier Jahren um 3.500 und damit von 81 auf 90 Prozent steigen. Damit zieht sich McDonald's weiter aus dem operativen Alltagsgeschäft zurück und setzt dafür mehr auf Lizenzgebühren.

Die stärkere Einbindung externer Filialmanager werde die Bürokratie verringern und effizientere Entscheidungsprozesse zulassen, ist Easterbrooks Hoffnung. Die Umbaumaßnahmen sollen die Kosten um etwa 300 Millionen Dollar (263 Millionen Euro) pro Jahr senken. "Die Realität ist, dass unsere Performance zuletzt schlecht gewesen ist. Die Zahlen lügen nicht", gestand der McDonald's-Chef ein. (APA, dpa, 15.5.2015)

  • Lange Zeit als langweilig verschrien und jetzt vor allem in den USA im Aufwind: der Grünkohl.
    foto: ap/emily wabitsch

    Lange Zeit als langweilig verschrien und jetzt vor allem in den USA im Aufwind: der Grünkohl.

Share if you care.